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22. Februar 1551 - Ignatius gründet das Römische Kolleg

Ignatius wünschte ein Ausbildungshaus für die Scholastiker des Ordens. So gründete er 1551 das Collegium Romanum. In seinen Hörsälen sollten die eigenen jungen Mitbrüder, aber auch andere Studenten ihre Ausbildung erfahren. Die Anfänge waren arm und bescheiden. Ignatius mietete ein Haus am Mervatello zu Füßen des Kapitols. Er läßt an die Tür das berühmt gewordene Plakat anbringen: 'Schola di grammatica, d'humanita e dottrina cristiana gratis'.

Zunächst zogen vierzehn Scholastiker der Gesellschaft Jesu mit ihrem Rektor, dem Franzosen P. Jean Pelletier, in das neue Kolleg ein. Doch bald schon konnte das Haus die Schüler nicht mehr fassen. Mehrmals erfolgte ein Umzug in ein größeres Gebäude. Papst Gregor XIII. (1572-1585), der aus Bologna stammte und mit 70 Jahren Papst wurde, war um die Heranbildung des Klerus sehr besorgt und förderte daher auffällig die Jesuiten, ihre Kollegien und Schulen. Er hat dem Kolleg, das bald in Finanznöte geriet, 1583 eine gute finanzielle Fundation gegeben. P. Nadal war zweimal Leiter des Römischen Kollegs.

Das Erstaunliche und Einmalige an dem Plakat an der Tür des Kollegs war das kleine Wort 'gratis'. Die Freigebigkeit des Herzogs von Gandía, Francisco de Borja, hatte diese Stiftung überhaupt erst möglich gemacht.

Aus diesem Kolleg hat sich die internationale und weltberühmte Gregorianische Universität entwickelt (cf. Gregoriana 17.10.53). Die Zahl der Studierenden wuchs mächtig heran, und das Studienprogramm erfuhr eine Erweiterung.
Das heutige Gebäude an der Piazza Pilotta wurde möglich durch Papst Benedikt XV., der 1919 den Bauplatz kaufte, auf dem 1924/30 die neue Gregoriana entstand. Er setzte dafür die Freigebigkeit der Katholiken vieler Länder in Bewegung.

Seit 1928 sind das Päpstliche Bibelinstitut und das Orientalische Institut der Gregoriana angeschlossen.

Unter den ehemaligen Schülern stehen die Namen von Heiligen und Seligen, von Päpsten und Kardinälen und hunderten von Bischöfen.

 

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