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13. Februar 1585 - Salmerón Alonso
in Neapel

Salmerón war Spanier, geboren am 6. September 1515 in Toledo. An der Universität von Alcalá, wo er alte Sprachen und Literatur studierte, erlangte der reich begabte Student bereits mit 18 Jahren den Magistergrad.

Beim Weiterstudium (Philosophie und Theologie) in Paris schloss er sich dem Freundeskreis von Ignatius an und war auch beim Pilgergelöbnis auf dem Montmartre 1934 dabei.

Papst Paul III. ernannte Salmerón und zugleich Laínez und Le Jay zu Theologen des Konzils von Trient. Salmeróns jugendliches Aussehen, seine glanzvollen Gedankengänge und die Eleganz seiner Rede begeisterten sogar solche Bischöfe, die anfangs gar nicht erbaut zu sein schienen. Am Tage des Evangelisten Johannes hielt er vor der hohen Versammlung eine lateinische Rede, die so gefiel, dass sie als Sonderdruck erschien, eine Ehre, die keinem anderen Redner in Trient zuteil wurde.

Neben den Aufgaben als Konzilstheologe widmete sich Salmerón der Seelsorge im Beichtstuhl, auf der Kanzel, im Dienst an den Kranken, Armen und Gefangenen.

Er war eng befreundet mit dem drei Jahre älteren Laínez. Beide hatten in Alcalá viel über Ignatius gehört. Sie gingen nach Paris, sowohl zum Studium wie auch um Ignatius kennen zu lernen. Beide schlossen sich dem Freundeskreis an und waren auch beim Pilgergelöbnis auf dem Montmartre dabei.

Ignatius berief ihn 1551 nach Rom zu den Besprechungen über die Konstitutionen des neuen Ordens. Um diese Zeit wurde in Neapel ein Kolleg eröffnet. Man brauchte eine repräsentative Figur. Ignatius schickte Salmerón, der im Sturm die Herzen gewann. Der Papst schickte ihn erneut nach Trient. Ende Juli 1555 begleitete er im Auftrag des Papstes den Nuntius auf dessen Reisen nach Augsburg zum Reichstag, nach Polen, nach Irland und nach Belgien.

Als Laínez die Ordensprovinz Neapel errichtete, ernannte er Salmerón zum Provinzial. Er blieb es fast achtzehn Jahre lang bis ihn 1576 der gebürtige Neapolitaner Claudius Aquaviva, der noch keine 35 Jahre zählte, als Provinzial ablöste.

Im letzten Jahrzehnt seines Lebens konnte Salmerón eine reiche schriftstellerische Tätigkeit entfalten. Sein Bibelkommentar zum Neuen Testament umfasst 16 Bände, die erst nach seinem Tod in Madrid und in Köln erschienen.
Am 13. Februar 1585 starb Salmerón 'animo tranquillissimo', wie die Quellen sagen, d.h. seine Seele war ganz ruhig und sehnte sich begierig nach dem seligen Licht.

Bei seinem Begräbnis waren der Erzbischof von Neapel, das Domkapitel und der gesamte Klerus zugegen. Die trauernde Menge war so groß, dass der Ordnungsdienst kaum noch Herr der Lage blieb und nicht verhindern konnte, dass der im offenen Sarg ruhende Tote von der Reliquien haschenden Menge ziemlich zerzaust wurde.

 

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