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6. Februar 1597 - Paul Miki und Gefährten
in Nagasaki

Im Jahre 1542 wurde das japanische Inselreich von den Portugiesen entdeckt, 1549 landete dort Franz Xaver und bekehrte mit seinen Gefährten in zwei Jahren viele Japaner aus allen Ständen. Nach ihm kamen andere Ordensleute, besonders Franziskaner, Dominikaner und Augustiner. Sie errichteten Kapellen, Schulen und Hospitäler. Dreißig Jahre nach Xaver zählte Japan etwa 200.000 Christen.

Neid, Argwohn und offener Hass führten zu blutigen Verfolgungen. Beispiellos war die Treue vieler Katholiken während der 250 Jahre Verfolgung. Viele wurden gekreuzigt oder verbrannt, andere bestialisch verstümmelt oder in glühend heißen Schwefelquellen zu Tode gefoltert. Unvorstellbar waren die Qualen derer, die an Händen und Füßen gebunden, mit dem Kopf nach unten in verpestete Erdgruben gehängt wurden, bis sie erstickten. Japan hat vielleicht die längste und grausamste Martyrergeschichte der katholischen Kirche.

Eine beliebte Methode, um Christen zu erkennen, war das Schreckgespenst 'Efumi', das Bildertreten. So mussten im Amtshaus des Stadt Nagasaki alle Bewohner erscheinen und dort ein Bild Christi oder Mariens mit Füßen treten zum Zeichen dafür, dass sie nicht Christen waren. Auf einer besonderen Matte saß der Amtsmann. Vor ihm lag die Liste mit den Namen aller Familien der Stadt. Erst im Jahre 1857 wurde diese Kontrollmethode in Japan abgeschafft. Heute befinden sich neunzehn dieser Tafelbilder im staatlichen Museum in Tokio.

Am 6. Februar 1597 erlitten sechsundzwanzig Christen aus Nagasaki und Umgebung das Martyrium. Die meisten waren Franziskaner oder Franziskaner-Terziaren. Unter den sechsundzwanzig waren drei Jesuiten. Keiner von ihnen stammte aus Europa. Es waren echte Japaner.
Paul Miki war adelig und schon als Kind getauft. Erzogen bei Jesuiten, schloss er sich dem Orden an, wurde Priester und war als Katechet tätig.
Johann von Goto war nach seiner Heimatinsel Goto benannt. Auch er war Jesuitenschüler, wurde Katechet und kurz vor seinem Tod in die Gesellschaft Jesu aufgenommen.
Jakob Kisai war Kind heidnischer Eltern und wurde in einem Bonzenkloster erzogen. Nach seiner Bekehrung heiratete er eine Christin. Weil diese aber vom Glauben abfiel, trennte er sich von ihr, wurde Katechet und schloss sich dem Orden an.

Allen sechsundzwanzig Bekennern schnitt man das linke Ohr ab und führte sie bei eisiger Winterkälte auf Karren durch die Straßen der Stadt zum Hinrichtungsort. Dort waren sechsundzwanzig Kreuze errichtet, nach japanischer Sitte in einer Linie. Das Volk drängte herbei.

Paul Miki hielt vom Kreuz aus seine letzte Predigt mit hinreißender Beredsamkeit. Zum Schluss verzieh er seinen Peinigern.
Johann Goto bemerkte unter den Leuten seinen Vater. Er sagte ihm herzlich Lebewohl und ließ ihm als Andenken seinen Rosenkranz. Der Vater ermunterte seinen Sohn und versicherte, dass auch er und seine Mutter bereit seinen, für den Glauben zu sterben.

Neben den Kreuzen standen Henker mit ihren Lanzen, die auf ein Zeichen hin die Blutzeugen kreuzweise durch die Brust durchbohrten. Danach drängte das Volk herbei, tauchte Tücher in die Wunden und schnitt Stücke der Kleidung ab als Souvenir.

Papst Pius IX. hat die Martyrer am 8. Juli 1862 heilig gesprochen

 

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