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23. Dezember 1921 - Eberschweiler Wilhelm
in Exaten

Er stammte von der Saar. In Püttlingen wurde er am 5. Oktober 1837 geboren. Das Geburtshaus liegt der Kirche gegenüber und ist noch erhalten. Die Schule ist nach ihm benannt. Auf dem Schulhof steht sein Denkmal.

Nach seiner Schulzeit in Trier trat er am 30. September 1858 zusammen mit seinem Bruder Friedrich in das Noviziat der Jesuiten zu Münster ein. Beide hatten den Wunsch, Missionar zu werden. Für seinen Bruder ging dieser Wunsch in Erfüllung. Er wirkte segensreich in Amerika, in der Indianermission. Wilhelm dagegen musste nach dem kanonischen Jahr das Noviziat in Feldkirch (Vorarlberg) fortführen. Hier legte er am Epiphaniefest 1861 seine ersten Gelübde ab.

Während seiner Ordensstudien in Maria Laach wurde er am 13. September 1868 zum Priester geweiht. Nach Abschluss seiner Ausbildung wurde ihm das Amt des Novizenmeisters im badischen Gorheim übertragen. Hiermit begann seine Spiritualstätigkeit für die jungen Mitbrüder in verschiedenen Häusern des Ordens.

Als 1872 zu Beginn des Kulturkampfes der Orden in Deutschland verboten und seine Mitglieder ausgewiesen wurden, übersiedelt P. Eberschweiler mit den Novizen zunächst nach Wynandsrade, wo er auch das Amt des Rektors übernahm. 1884 übertrugen die Obern ihm das Amt des Spirituals für die Ordenstheologen in Ditton Hall (England). Fünf Jahre später führte sein Weg erneut nach Wynandsrade und wieder fünf Jahre später nach Exaten bei Roermond (Holland), wo er am 23. Dezember 1921 sein irdisches Wanderleben im Rufe der Heiligkeit beschloss. Er wurde dort auf dem Ordensfriedhof beigesetzt.

Am 12. Juli 1924 wurde der Sarg mit den sterblichen Überresten in ein neues, ausgemauertes Grab umgebettet. Und im Jahre 1958 erfolgte seine Überführung in die Jesuitenkirche zu Trier, wo er am 16. Mai feierlich beigesetzt wurde. In dem Gedenkgottesdienst hielt der Diözesanbeauftragte für die Seligsprechungsprozesse im Bistum Trier, Dr. Heinrich Nacken, die Predigt. Er wies darauf hin, dass P. Eberschweiler über 50 Jahre lang geistliche Tagebuchnotizen aufgeschrieben habe, die ein kostbares Vermächtnis seiner Spiritualität seien und ein vorzüglicher Zugang zu seiner Frömmigkeit.

Große Verdienste um die Seligsprechung von P. Wilhelm Eberschweiler hat P. Peter Krumscheid (1895-1987). Er war bereits über 50 Jahre alt, als er 1950 den Auftrag bekam, den Prozess vorzubereiten und voranzubringen. Als vom Vatikan bestellter Vizepostulator hat er durch seinen zähen Eifer, seine Ausdauer und seine außergewöhnliche Tatkraft Unwahrscheinliches geleistet. Seine letzte große Tat, ein paar Monate vor seinem Tod, war die Gründung des Eberschweiler Bundes am 3. Oktober 1986.

Als Nachfolger von P. Krumscheid wurde P. Ernst Schellhoff ernannt. Er hat das Amt des Vizepostulators durch 15 Jahre erfolgreich fortgeführt, bis ihn ihm Jahre 2000 P. Robert Gelberg abgelöst hat.

Es gibt jede Menge Gebetserhörungen. Etwa 80.000 sind aktenkundig, aber es fehlt ein Wunder im kirchenrechtlichen Sinne. Daher stockt das Anliegen. Auf dem Grabstein wird P. Eberschweiler genannt: 'Ein Apostel der frohen Gottesliebe.'

 

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