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13. Dezember 1942 - Ledóchowski Wladimir Dionysius
in Rom

Er stammte aus Loosdorf bei St. Pölten in Nieder-Österreich. Dort wurde er am 7. Oktober 1866 geboren. Zur Familie gehörten neun Kinder; zwei davon wurden Ordensschwestern und seliggesprochen. Der Vater, Graf Anton, entstammte dem polnischen Hochadel, seine Mutter, Gräfin Josephine, einer Schweizer Aristokratenfamilie. Die Familie Ledóchowski kehrte 1883 nach Polen zurück und ließ sich auf ihrem Besitz in der Nähe von Krakau nieder.

Wladimir begann seine Schulausbildung in St. Pölten und setzte sie am Gymnasium 'Theresianum' in Wien fort. Zum Jurastudium besuchte er die Universität in Krakau. Nach dem Tod seines Vaters wandte er sich der Theologie zu und wurde Seminarist am Priesterseminar in Tarnów. Nach zwei Jahren wurde er ans Germanikum nach Rom gesandt, studierte Philosophie an der Gregoriana und schloss das Studium mit dem Doktorat ab. Nach seiner Rückkehr in die Heimat trat er am 24. September 1889 in die Gesellschaft Jesu ein. Während seiner theologischen Studien in Krakau wurde er am 10. Juni 1894 zum Priester geweiht. Nach seinem Terziat in Tarnopol (in der heutigen Ukraine) und einer redaktionellen Aufgabe wurde er zum Obern des Schriftstellerhauses zu Krakau und 1900 zum Rektor des Krakauer Kollegs ernannt. Es folgte seine Ernennung zum Vize-Provinzial der Provinz Galizien und ein Jahr darauf zum Provinzial (1902-1906).

Auf der 25. Generalkongregation 1906 wurde er zum Assistenten der deutschen Assistenz gewählt. Von Rom aus unternahm er zahlreiche Reisen durch die Länder der Assistenz, um die Häuser und Arbeiten kennen zu lernen. Die 26. Generalkongregation 1915 wählte ihn am 11. Februar im 2. Wahlgang zum Generalobern. Wegen der Kriegswirren ging er als österreichischer Staatsbürger im Mai 1915 in die Schweiz und ließ sich in Zizers bei Chur nieder, wohin er seine Assistenten berief. Sie blieben dort bis Ende 1918.

Seine Hauptsorge als General galt der Ausbildung des Nachwuchses. Er führte eine Studienreform durch. 1918 errichtete er an der Gregoriana einen Lehrstuhl für aszetische und mystische Theologie, 1932 die Fakultäten für Kirchengeschichte und Missionswissenschaft. Die Zeitschrift 'Gregorianum' wurde gegründet und eine Druckerei eingerichtet. Es folgte der Neubau der Gregoriana. 1928 wurde das Biblicum und das Orientale der Universität angegliedert. 1929 wurde dem Orden das Russicum übertragen.

Ledóchowski sorgte auch für die Anpassung des Eigenrechtes an das allgemeine Kirchenrecht. Die Epitome Instituti, sein klassisches Werk, wurde von der 27. Generalkongregation 1923 angenommen.

Sehr bemüht war der General um die Missionstätigkeit des Ordens, vor allem in Japan. Die Zahl der Missionare dort schnellte von 8 im Jahre 1915 auf über 100.
1930 gründete er das Historische Institut in Rom, wohin er die Sammlung der 'Monumenta' von Madrid verlegen ließ. Für die Kurie errichtete er am Borgo Santo Spirito ein neues Gebäude, das 1927 eingeweiht wurde. Viele seiner Rundbriefe haben asketische Themen. Die Exerzitienbewegung und die Marianischen Kongregationen nahmen erheblichen Aufschwung.

Während seines Generalates kamen 50 Selig- und Heiligsprechungsprozesse zum Abschluss, z.B. Petrus Canisius, Robert Bellarmin, Andreas Bobola, die kanadischen und englischen Martyrer, Claude de la Colombière, Ogilvie, Pignatelli und viele andere.

P. Inglot schreibt über P. Ledóchowski: 'Sein zweifellos herausragendes Werk läßt seine außergewöhnlichen intellektuellen und organisatorischen Fähigkeiten, seinen starken Charakter, seine Kompetenz im Handeln und die Entschlossenheit seiner Entscheidungen erkennen. Und das alles in einem schmächtigen Körper. Er war von kleinem Wuchs, von zarter Konstitution und hinkte.'

Er genoss das volle Vertrauen von Papst Pius XI. und erfreute sich bester Beziehungen zu Benedikt XV. und Pius XII.

 

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