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8. Dezember 1927 - Einweihung der Kurie SJ

In den ersten römischen Jahren hatten Ignatius und seine engsten Gefährten keine geeignete Wohnung. Mehrfach zogen sie um, von Provisorium zu Provisorium. Erst im Sptember 1544 bezogen sie ein Haus, das sie bei dem Kirchlein S. Maria della Strada erbaut hatten.

In diesem Professhaus hatte Ignatius vier kleine bescheidene Zimmer. Ein Raum diente als Arbeitszimmer, ein anderer mit einem kleinen Balkon als Schlafzimmer, eine Kapelle und ein Zimmer für den Diener, Bruder Jan Pablo Borell.

Die Deckenbalken der Räume sind noch erhalten, auch die Holztüren, Teile des Kamins und zwei ärmliche Schränke.

Diese vier Räume des alten Hauses blieben beim Bau der Ordenskirche Il Gesu 1602 erhalten. Der Einspruch des P. General Aquaviva hat sie vor dem Abriss bewahrt. Diese Räume sind zur Besichtigung frei.

Auch die beiden Nachfolger von Ignatius, Laínez und Francisco de Borja lebten und starben hier. Hier im Professhaus fanden auch die ersten Generalversammlungen statt.

Nach der Aufhebung des Ordens im Jahre 1773 wurde Polozk der Verwaltungssitz der Gesellschaft Jesu. Nach der politischen Teilung Polens kam Polozk zum russischen Reich, in dem der Orden weiterbestand. Damals wurden 201 Jesuiten, darunter 97 Patres, Untertanen des russischen Reiches unter Katharina II.
Erst im Jahre 1820, also vier Jahre nach Wiederherstellung des Ordens auf der ganzen Welt, wurde das Generalat von Polozk nach Rom zurückverlegt, unter P. General Aloisius Fortis, einem Italiener aus Verona, der im Alter von 72 Jahren zum General gewählt wurde.

Gut ein halbes Jahrhundert blieb das Generalat nun in Rom. Im Jahre 1873, infolge der Eroberung Roms durch die Piemontesen, wurde die Kurie beschlagnahmt und das Inventar öffentlich versteigert.

P. General Beckx reiste mit dem deutschen Assistenten P. Anderledy nach Florenz. Nahe bei Florenz, in Fiesole, fand die Kurie eine neue Bleibe. Dort hatte P. Ricasoli, der einer florentinischen Adelsfamilie entstammte, mit Hilfe und auf den Namen seiner Familie ein altes Hieronymitenkloster gekauft und in eine Niederlassung der Gesellschaft Jesu umgewandelt. Darin wurde die Kurie nun eingerichtet. Dort regierten die drei Generäle Beckx, Anderledy und der Spanier Martin.

Im Jahre 1895 wurde die Kurie nach Rom verlegt und vorerst im Germanikum untergebracht. Nach Beendigung des 1. Weltkrieges ließ P. General Ledóchowski für die wachsenden Anforderungen der Verwaltung des Ordens ein großes Gebäude errichten, das heutige Generalat am Borgo Santo Spirito. Die feierliche Einweihung des Hauses erfolgte am 8. Dezember 1927.

 

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