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7. Dezember 1549 - Codacio Pietro
in Rom

Die Gefährten des hl. Ignatius waren internationalen Ursprungs mit unterschiedlichem sozialen Hintergrund. Die meisten kamen aus der akademischen Elite. Dieses Profil der Mitgliedschaft prägte die Zukunft. So schreibt P. O'Malley SJ in seinem Buch 'Die ersten Jesuiten' (Echter Verlag Würzburg 1995, S. 52).

Es ist auffallend, dass zu Ignatius' Freundeskreis in Paris kein Italiener gehörte. Der erste Italiener, der sich Ignatius anschloss, war Pietro Codacio. Er stammte aus Lodi in der Lombardei, einem alten Bischofssitz aus dem 4. Jahrhundert mit sehenswerten Kirchen. Im Jahre 1454 wurde in Lodi zwischen Mailand und Venedig Friede geschlossen.

Codacio besaß in Lodi mehrere Güter, und seine Familie gehörte zu den vornehmsten und einflussreichsten in der Stadt. Dort wurde er im Jahre 1507 geboren. 1532 empfing er die Priesterweihe. Vom Domkapitel als Kanonikus erwählt, ging er nach Rom, wo er unter Klemens VII. und Paul III. rasch Karriere machte und das Amt des 'Maestro de Camara' und viele Würden und Benefizien erhalten hatte. Er gehörte zum Oratorium der göttlichen Liebe, wie viele reformeifrige Priester. Dieses Oratorium bildete die Keimzelle des neugegründeten Theatinerordens, dessen Regel Klemens VII. im Jahre 1524 durch ein Breve bestätigt hatte.

Im Jahre 1539 schloss er sich in Rom zum Erstaunen aller Ignatius von Loyola an. Unter seiner Leitung machte er die Exerzitien mit solchem Eifer, dass er drei Tage hintereinander keine Speise zu sich nahm, obwohl er für gewöhnlich ein starker Esser, recht beleibt und auf guten Tisch bedacht war.

Zum Prokurator der Niederlassung der ersten Gefährten in Rom bestimmt, dem also die Sorge für das zeitliche Wohl (Nahrung, Kleidung, Wohnung) oblag, gewann er sehr schnell die Herzen aller und galt im Hause als unentbehrlich wegen seiner geschickten Art, und weil er mit den Verhältnissen am päpstlichen Hof vertraut war und gute Beziehungen zu vielen Prälaten hatte. So war er eine unschätzbare Hilfe, trotzdem ihn die Gicht und ein Blasenleiden plagten.

Am 7. Dezember 1549 starb der hochverdiente Prokurator unerwartet durch einen Schlaganfall. Ihm hatte der Orden auch das Marienkirchlein mit dem Gnadenbild der 'Madonna della Strada' (Maria vom Wege) zu verdanken.

 

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