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1. Dezember 1581 - Campion Edmund und Gefährten
in London

Die Kirche von England hat im 16. und im 17. Jahrhundert eine hohe Zahl von Martyrern aufzuweisen. Unter König Heinrich VIII. sind die bekanntesten der Kanzler Thomas Morus und der Bischof John Fischer. Sie starben 1535. Unter Königin Elisabeth ragen besonders hervor Edmund Campion und seine Gefährten. Die Gruppe zählt zehn Jesuiten, zehn andere Ordensleute, dreizehn Weltpriester und sieben Laien. Sie alle gaben ihr Leben hin für die Gewissensfreiheit, für den Glauben und den Primat des Papstes.

Edmund Campion wurde am 25. Januar 1540 in London geboren und durfte als bester Schüler Londons 1553 Königin Maria bei ihrem feierlichen Einzug willkommen heißen. Als Student in Oxford konnte er 13 Jahre später (1566) Königin Elisabeth mit einer lateinischen Ansprache begrüßen.

Angesichts seiner hohen Begabung stand Campion eine glänzende Laufbahn bevor. Voraussetzung für seine Karriere war jedoch die Leistung des Suprematseides, den er 1564 ablegte und damit den König als obersten Herrn der Kirche von England anerkannte. Nach dem Studium der Kirchenväter und der Kontroverstheologen kamen ihm Zweifel an der Richtigkeit seiner Entscheidung. Seine Distanz zur anglikanischen Lehre verstärkte sich mehr und mehr. Er reiste nach Douai in Flandern, ans engliche Kolleg, das 1568 von dem späteren Kardinal W. Allens zur Rekatholisierung Englands gegründet worden war, und vollzog dort offiziell seine Rückkehr zur katholischen Kirche.

Im März 1573 ging er nach Rom, wo er in die Gesellschaft Jesu aufgenommen und der österreichischen Jesuitenprovinz zugeteilt wurde. Über Wien kam er nach Prag und Brünn. Dort machte er sein Noviziat und wurde am Fest Mariä Geburt 1578 zum Priester geweihl. Er wirkte anschließend in Prag als Professor für Rhetorik und Philosophie, als Beichtvater und Prediger mit großem Erfolg, dass selbst Kaiser Rudolf II. auf ihn aufmerksam wurde und seine Predigten besuchte.

1580 berief der Jesuitengeneral Everhard Mercurian Campion nach Rom, da er ihn für die Mission in England ausersehen hatte. Mit weitgehenden Vollmachten und dem Segen des Papstes Gregor XIII. machten sich Campion und seine Begleiter auf den Weg nach England. Noch am Tage der Abreise teilte ein Agent der englischen Regierung, der als Student in das Englische Kolleg in Rom eingeschleust worden war, ihre Namen der englischen Polizei mit. Die Reiseroute ging über Mailand und Reims. Am 24. Juni wagte man die Überfahrt von Calais nach Dover. Nach Überwindung zahlreicher Schwierigkeiten erreichten sie am 26. Juni 1580 London. Bereits am 29. Juni, dem Fest Peter und Paul, hielt Campion vor einem ausgewählten Kreis von Katholiken in London eine Predigt über den Primat des Petrus (Matthäus 16,18).

Auch literarisch trat Campion als Verteidiger der katholischen Kirche auf. Er verfasste eine Schrift für die Studierenden der Universitäten Oxfort und Cambridge, die er Ostern 1581 vollendete. Sie trug den Titel 'Decem rationes' - Zehn Gründe zur Verteidigung der katholischen Glaubenslehre.

Nach einem Jahr erfolgreicher Wirksamkeit wurde Campion verhaftet und zum Tode verurteilt wegen angeblicher Verschwörung gegen die Königin Elisabeth. Er wurde am 1. Dezember 1581 gehängt und sein Körper gevierteilt.

Nach der Seligsprechung der ganzen Gruppe der englischen Martyrer im Jahre 1929, wurden sie durch Papst Paul VI. am 25. Oktober 1970 heiliggesprochen.

 

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