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16. August 1957 - Kronseder Friedrich
in Neuburg/Donau

P. Kronseder entstammte einer Münchener Bürgerfamilie. Am 4. Juli 1879 wurde er geboren und wuchs in froher Jugend in einem gepflegten Elternhaus heran.

Nach dem Abitur am Ludwigsgymnasium studierte er in München und Innsbruck Philosophie und Theologie. Im Priesterseminar in Freising empfing er am 29. Juni 1904 die Priesterweihe.

In seinen ersten Priesterjahren als Kaplan in der Pfarrarbeit führte ihn eine Wallfahrt ins Heilige Land. Diese Reise wurde für ihn von prägender Bedeutung. Es war ihm ein beglückendes und unvergessliches Erleben, den geschichtlichen Boden zu kennen, den der Herr einst mit seiner Gegenwart auf Erden geheiligt hat. Dazu kam am 19. April 1909 sein Eintritt in den Jesuitenorden. Bis in seine letzten Lebenstage blieb er tief dankbar für diese Berufung. Nun durfte er sich noch weitere Jahre theologischen Studien widmen. Er hatte hervorragende Lehrer, die ihn mit Liebe und Begeisterung vor allem für die Heilige Schrift erfüllten. Die Auslegung des Neuen Testamentes wurde zum Charisma, das Gott ihm schenkte. Die Heilige Schrift wurde ihm ein unausschöpfbarer Quell für seine gesamte Seelsorgsarbeit.

Im 1. Weltkrieg war er Divisionspfarrer beim 9. Armeekorps im Westen. Das mitgelittene Leid an der Front hat sich ihm tief eingeprägt.

Nach dem Krieg begann seine überaus segensreiche Tätigkeit als Prediger, Exerzitienleiter und Hochschulseelsorger.
1920-23 wirkte er in Wien, wo seine berühmten Predigten in der Kirche am Hof und seine Vorträge weiteste Kreise erfassten.
1924-27 folgte seine Studentenseelsorge in der Diasporastadt Leipzig.

1927 berief ihn Kardinal Faulhaber zum Hochschulseelsorger und Prediger nach München, wo er durch nahezu drei Jahrzehnte ungezählt vielen Menschen seelische Hilfe geleistet hat. In seine Bibelvorträgen in der dicht gefüllten Michaelskirche kamen Hörer aus der ganzen Stadt. Mehr und mehr sammelte sich eine kleine, aber erlesene Schar enger um ihn. Auf seine Initiative gründete Kardinal Faulhaber eine Akademiker-Kongregation, die am 3. April 1929 vom Ordensgeneral in Rom der 'Prima Primaria' angegliedert wurde.

Für mehrere Frauenverbände wurde er der Spiritual und Ratgeber. Sein Beichtstuhl war viel besucht. Sein immer überfülltes Sprechzimmer zeigte, wie sehr sein Rat geschätzt war. Seine Bücher zeugen von seiner glühenden Verehrung des trinitarischen Gottes. Ebenso seine Christus- und seine dogmatische Trinitätslitanei. Seine musische Begabung für Klavier, Gesang und Dichtkunst kam dann und wann zur Geltung und wurde mit viel Applaus quittiert.

Seine Gesundheit war durchweg beneidenswert gut. Am 16. August 1957 wurde er im Priesterhospiz in Neuburg an der Donau vom Dreifaltigen Gott heimgerufen im Alter von 78 Jahren. Auf dem Ordensfriedhof in Pullach bei München ist er beigesetzt.

Text vom Totenbild

 

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