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15. August 1568 - Stanislaus Kostka
in Rom

In der kurzen Zeit seines Lebens machte er seinen Leitspruch 'Ad maiora natus sum' (Zu Größerem bin ich geboren) zur Wirklichkeit.

Seine Familie gehörte zum höchsten Adel Polens. Er wurde auf Schloss Rostkow (Diözese Plock) am 28. Oktober 1550 geboren. Mit vierzehn Jahren reiste er mit seinem älteren Bruder Paul und einem Hauslehrer nach Wien zur weiteren Ausbildung bei den Jesuiten. Sie wohnten anfangs im Adelskonvikt des Ordens.

Während der zwei Studienjahre in Wien hatte Stanislaus wegen seiner Frömmigkeit viel zu leiden durch seinen Bruder Paul, den Hauslehrer und einen anderen Polen. Diese Drei haben im Alter unter Tränen gestanden, wie sie Stanislaus oft geschlagen haben, ihn zu Boden warfen und mit Füßen traten.

Stanislaus fühlte sich zum Eintritt in den Jesuitenorden berufen. Er versuchte zunächst seinen Vater Johann zu gewinnen. Der aber lehnte entschieden und vehement ab. Es gelang Stanislaus nicht, ihn umzustimmen. Dann wandte er sich vertrauensvoll an P. Lorenz Maggi, den Provinzial der österreichischen Provinz. Doch der befürchtete Repessalien seitens der einflussreichen Familie Kostka. Dann wandte sich Stanislaus an den Päpstlichen Legaten in Wien, Kardinal Gommendone. Aber auch das war vergebens. Stanislaus sah seine einzige Chance in der Flucht nach Deutschland oder gar nach Rom. Als Bettler gekleidet machte er sich auf den Weg nach Augsburg und nach Dillingen, wo er Petrus Canisius, den Provinzial der Oberdeutschen Provinz antraf und ihm sein Anliegen vortrug.

Canisius hörte ihm freundlich und wohlwollend zu. Er behielt ihn zunächst in Dillingen, um seinen Charakter und seine Tugenden zu prüfen.

Als nach etwa einem Monat zwei Scholastiker nach Rom reisten, durfte Stanislaus mitreisen.

In einem Brief an P. General Francisco de Borja empfahl er den jungen Polen. Sein Urteil über ihn lautete: 'Nos praeclara de illo speramus' (Wir hoffen hervorragende Dinge von ihm).

Borja gewährte freudig die Aufnahme. Am 28. Oktober 1567 begann Stanislaus das Noviziat.
Unter den etwa sechzig Mitnovizen waren berühmte Männer wie Claudius Aquaviva (später Ordensgeneral) und sein Neffe Rudolf Aquaviva (später selig gesprochener Martyrer in Indien), Jakob Rem (später Förderer der MC), mehrere namhafte Theologen und andere, wie Stanislaus Warczewicki (früher Kanzler in Polen), der bereits einundvierzig Jahre alt war.

Mitten in die Freude des Noviziates kam von Stanislaus' Vater ein furchtbarer Drohbrief. Er war wütend über die Flucht seines Sohnes, der nun Schimpf und Schande über das Haus Kostka gebracht habe. Er werde ihn mit eisernen Ketten gefesselt nach Polen zurückbringen lassen.

Der Tod von Stanislaus kam völlig unerwartet. Man glaubte ihm nicht, als er, der völlig gesund schien, seinen Tod am 15. August 1568, dem Fest der Himmelfahrt Mariens, voraussagte.

Zusammen mit Aloisius wurde er am 31. Dezember 1726 heilig gesprochen.

 

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