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22. April 1541 - Professgelübde in Sankt Paul

Am Dienstag, dem 19. April, hatte Ignatius die Wahl zum Ordensgeneral angenommen. Ein paar Tage darauf, am Freitag, den 22. April, wollten die Gefährten die sieben Hauptkirchen Roms besuchen und in der Basilika St. Paul vor den Mauern gemäß der Bulle die Profess ablegen. Ignatius zelebrierte dort die hl. Messe. Zuvor hatten die Gefährten einander gebeichtet. Vor der Kommunion hielt Ignatius in der einen Hand den Leib des Herrn, in der anderen den Text der Gelübdeformel und legte seine Profess ab. Darauf empfing er den Leib des Herrn. Dann nahm er fünf konsekrierte Hostien auf die Patene und wandte sich den fünf Gefährten zu. Jeder einzelne sprach seine Profess und empfing die Eucharistie. Diese bewegende Feier fand am Sakramentsaltar statt, an dem auch ein byzantinisches Mosaikbild Unserer Lieben Frau verehrt wird.

Nach der Messfeier und der Verrichtung der Gebete an den priviligierten Altären vereinten sich alle an der Confessio, wo die Gebeine des hl. Paulus aufbewahrt werden. Dort gaben sie einander 'nicht ohne viel Andacht, Bewegung und Trost' den Friedenskuss. Mit diesen Gefühlen innigen Trostes setzten sie den Besuch der sieben Kirchen fort.

Zeuge wurde der junge Pedro de Ribadeneira, der ihnen in der Nähe des Lateran das Abendessen bereitete. Ihm fiel besonders die Andacht von Codure auf, 'der in Tränen zerfloss, so dass es ihn fast sprengte'. Nur vier Monate später, am 29. August, ging er in die Ewigkeit.

Die nicht anwesenden anderen Gefährten legten die Profess an verschiedenen Orten und verschiedenen Zeiten ab.

Bobadilla zeigte auch hier seinen unruhigen Charakter. Er zögerte, die Profess abzulegen. Endlich, im September 1541, legte er ebenfalls in der St. Paul-Basilika seine Profess in Ignatius' Hände ab.

 

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