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8. April 1956 - Esch Ludwig
in St. Andrä

P. Esch wurde am 1. April 1883 in Köln geboren. Sein Vater Ludwig stammte aus Sindorf, die Mutter war Kölnerin. Ludwig war das dritte von vier Kindern.

Der Vater hatte eine leitende Stellung bei den Gas- und Wasserwerken in Köln. Das Elternhaus mit großem Garten stand an der Luxemburger Straße. Ludwig besuchte das Apostelgymnasium. Nach dem Abitur 1902 trat er am 11. April 1902 zu Blyenbeck (Niederlande) in das Noviziat der Gesellschaft Jesu ein.

Die Priesterweihe empfing er am 2. August 1914 in Valkenburg. Im 1. Weltkrieg diente er als Feldgeistlicher an der Westfront und dann als Armee-Oberpfarrer an der Ostfront. Er war sehr mutig und beliebt und erwarb manche Auszeichnungen, nicht nur das EK 1.

P. Esch erkannte die Chance, die Jugendbewegung aufzufangen und in feste, organisatorische Bahnen zu lenken. Ihm schwebte ein Verband katholischer Schüler der höheren Schulen vor, und er fand im Kölner Kardinal Felix von Hartmann einen aufgeschlossenen Kirchenfürsten vor. Angeregt durch einige Jesuitenpatres und Studienräte des Erzbistums Köln, wurde im Juli 1919 der Verband Neudeutschland gegründet.

Das Interesse wuchs im ganzen Land unglaublich schnell. Ende 1919 gab es bereits 10.000 Mitglieder in 103 Gruppen. Anfang 1930 war die Zahl auf 16.000 Mitglieder in 432 Gruppen gestiegen. Esch erwies sich als Diplomat und Organisator. Klug hielt er sich selbst zurück und gewann den Kölner Religionslehrer, Prof. Jakob Schumacher, die Leitung von ND zu übernehmen. Er selbst blieb als Generalsekretär Motor und Mittelpunkt der Bewegung.

Prof. Schumacher starb leider schon 1922. Als Nachfolger wurde durch Kardinal Schulte Studienrat Zender aus Düsseldorf ernannt.

P. Esch verstand es, die Jugend zu packen. Seine charismatischen Talente wurden immer deutlicher. Höhepunkte waren die Weihe an Maria (an Wallfahrtsorten wie Bornhofen mit Fackelzug), die Verbandstage (Köln, Freiburg, Normannstein, Hirschberg u. a.), Romfahrten (zuletzt 1930 mit über 200 Jungen).

Seine Haupttätigkeit lag in seinen Exerzitien. Da gründete seine Kraft und seine Wirksamkeit. Nach seinen Tagebuchaufzeichnungen und Schätzungen hat er in seinem Leben etwa 60.000 Exerzitanten Christus nahegebracht. Gott allein weiß, wie viele Priester- und Ordensberufe durch P. Esch geweckt und gefördert worden sind. Es gibt dazu in Deutschland keine vergleichbare Gestalt.

In der Nazizeit gab es Verfolgungen, Verhöre, Unterdrückungen und zuletzt die Auflösung von Neudeutschland.
Nach dem Kriege kam es 1945-1950 spontan zu Neugründungen, die sich aber schwieriger erwiesen als erwartet.

Im Jahre 1950 verfügte der Orden, dass sich P. Esch von seiner ND-Arbeit trennen sollte. Stille Monate verbrachte er in der Schweiz und arbeitete an seinem Buch 'Neue Lebensgestaltung in Christus', das pünktlich zu seinem Goldenen Ordensjubiläum 1952 herauskam.

Ein neuer Auftrag erreichte ihn 1953 nach Österreich, um dort die Priesterseelsorge neu aufzubauen und zu aktivieren. Er reiste von Seminar zu Seminar und hielt ungezählt viele Konferenzen und Besprechungen. Mitten in dieser segensreichen Tätigkeit traf ihn im September 1953 ein Schlaganfall.

Am 11. Mai 1955 siedelte er vom Wiener Exerzitienhaus in der Lainzer Straße in das Tertiatshaus des Ordens nach St. Andrä im Lavanttal über, wo er gesündere Luft und bessere Pflege hatte. Am Weißen Sonntag, dem 8. April 1956, gerade eine Woche nach seinem 73. Geburtstag, ist er in St. Andrä still in die Ewigkeit heimgegangen. Es war kurz vor 15 Uhr.

Sein letztes heiliges Messopfer zelebrierte er am 26. März in der 'Stradakapelle' vor dem Bild 'Maria vom Wege'.

Helmut Holzapfel
Ludwig Esch - Ein Leben für die Jugend
Echter Verlag, Würzburg, 120 Seiten

 

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