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2. April 1580 - Nadal Jerónimo

Nadal wurde in einer wohlhabenden Familie 1507 in Palma de Mallorca geboren. Er studierte fünf Jahre an der Universität von Alcala, wechselte dann nach Paris, wo er Ignatius und Laínez und Peter Faber kennen lernte; aber er wies deren Einladung, sich dem Freundeskreis anzuschließen, zurück. Er vollendete seine Studien in Avignon, wo er zum Dr. theol. promovierte und 1538 die Priesterweihe empfing.

Der Gedanke an Ignatius ließ ihn nicht los. Ein Brief von Xaver aus Indien, der damals die Runde durch Europa machte, bestimmte ihn, Ignatius in Rom aufzusuchen. Nach Exerzitien bei P. Domenech trat er im Jahre 1545 in die Gesellschaft Jesu ein und wurde einer der Hauptmitarbeiter von Ignatius, einer seiner hochbegabten Assistenten.

Schon drei Jahre später wurde Nadal zum Obern der Jesuitenkommunität (9 Mitbrüder) in Messina (Sizilien) ernannt, die mit der Gründung eines Kollegs beauftragt waren.

Im Jahre 1553 schickte Ignatius ihn nach Portugal und Spanien, um erstmals die 'Satzungen' des Ordens zu promulgieren. Polanco schrieb über ihn:
'Er kennt unseren Vater, Magister Ignatius gut, denn er hatte viel mit ihm zu tun, und er scheint seinen Geist und unser Institut verstanden zu haben, wie kein anderer in der Gesellschaft, den ich kenne.'

Die Reise Nadals durch Portugal und Spanien dauerte zwei Jahre. Nadal besuchte jede Kommunität, hielt Exhorten und Vorträge über das Institut und lebte häufig wochenlang in den größeren Häusern. Am Ende ließ er Empfehlungen und Vorschriften zurück. So vermittelte er die Ideale der Gesellschaft und die Vision ihrer Sendung an die Mitglieder.

Er gilt als der verlässlichste Interpret von Ignatius und dem Institut der Gesellschaft. Nadal war wohl jener, der am tiefsten durch die humanistische Bewegung beeinflusst war. Seine Bedeutung für die erzieherischen Grundlagen der Kollegien kann kaum überschätzt werden.

Nach Ignatius' Tod 1556, während der turbulenten Übergangsperiode blieb Nadal in Rom bis spät in das Jahr 1560, als ihn Laínez erneut nach Portugal und Spanien sandte und anschließend zu Visitationen nach Frankreich, den Niederlanden und Deutschland.

Unter Borja, dem neuen Generaloberen, reiste er wiederholt durch Europa. 1571-1572 wirkte er als Generalvikar der Gesellschaft in Rom, während Borjas Abwesenheit (nach Spanien und Frankreich).

Nach der dritten Generalkongregation, aus der Mercurian, ein Belgier, als General hervorging (1573), lebte Nadal wie auch Polanco, durch die Spanien abgeneigte Strömung in Rom verdrängt, zu Hall in Tirol, wo er sich schriftstellerisch betätigte. 1578 kehrte er nach Rom zurück und starb dort am 2. April 1580 im Alter von 73 Jahren.

Er ließ ein eigenes Haus für Novizen errichten, das erste in der Geschichte der Gesellschaft Jesu. Seine Verehrung zu Ignatius ging so weit, dass er seine feierlichen Gelübde vier Jahre lang aufschob, um die Freude zu haben, sie in die Hände von Ignatius abzulegen. Nadal sympathisierte mit der neuen Schule von Paris, die sich nicht scheute, kühne Experimente zu wagen. In Messina legte er die Grundlage für die spätere 'Ratio Studiorum'.

Nadal war neben Polanco unbestritten der Jesuit, der die junge Gesellschaft am effektivsten beseelte und ihr Gestalt gab.

 

[zurück zu P. Otto Syres SJ - Kalendarium]

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