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1. April 1927 - Bibelinstitut in Jerusalem

Von einer Pilgerfahrt ins Heilige Land träumte Ignatius schon während seiner Rekonvaleszenz in Manresa. 1523/24 hat er sie durchgeführt. Er plante, in Jerusalem zu bleiben, aber unter Strafe der Exkommunikation wurde er gezwungen, das Heilige Land wieder zu verlassen. Ignatius gehorchte, aber während seiner Studienjahre in Paris verfolgte er weiter diesen Plan, fasziniert von der Idee, mit seinen Gefährten ins Heilige Land der Bibel auszuwandern und dort tätig zu werden.

Dieser Traum zerschlug sich wegen der Kriegswirren zwischen Venedig und den Türken. Es ist auffallend, dass Ignatius später von dieser Idee völlig Abstand genommen hat. Auch in den Jahrhunderten nach Ignatius scheiterte jedes Mal die Absicht, im Heiligen Land Niederlassungen der Gesellschaft Jesu zu gründen.

Erst im letzten Jahrhundert, Ende des Jahres 1911, bat Papst Pius X. den lateinischen Patriarchen in Jerusalem, der Gründung einer Außenstelle des Päpstlichen Bibelinstituts in Jerusalem zuzustimmen. Es dauerte allerdings noch mehrere Jahre bis 1925, bis das Gelände gekauft werden konnte. Im Jahre 1927 wurde das gegenwärtige Haus eingeweiht und der Gesellschaft Jesu anvertraut.

Das Haus dient der Wissenschaft, aber auch der Betreuung von Studiengruppen in den Nahen Osten und archäologischen Ausgrabungsgruppen.

Im Jahre 1989 wurde die Jesuitenkommunität von Jerusalem unabhängiger vom Päpstlichen Bibelinstitut in Rom. Sie widmet sich stärker dem Apostolat in Jerusalem und im ganzen Heiligen Land. Die katholische Kirche dort ist sehr klein geworden sowohl durch geringe Geburtenrate wie auch durch eine starke Auswanderungwelle.

Immerhin: Jerusalem ist wie kaum eine andere Stadt geeignet für den religiösen Dialog mit anderen Christen, Juden und Muslimen.

vgl. Jahrbuch SJ 1998, S. 34

 

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