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Alois Koch

Spiel und Sport am Jesuitenkolleg
"Stella Matutina" in Feldkirch

(veröffentlicht in: W. Schwank (u.a. Hrsg.): Begegnung. Schriftenreihe zur Geschichte der Beziehung zwischen Christentum und Sport, Band 4. Aachen 2003, S. 13 - 35.


Inhalt

1. Vorbemerkungen

2. Geschichtliche Entwicklung des Kollegs

3. Spiel- und Sportstätten

4. Spiele und Sportarten in der "Stella Matutina"

5. Die Erziehungskonzeption der "Stella Matutina"

6. Impulse für die katholische Sportbewegung

7. Schlußbetrachtung

8. Literatur


I. Vorbemerkungen

Pierre de COUBERTIN, der Begründer der Olympischen Spiele der Neuzeit, urteilt über die "körperliche Ausbildung" im Jesuitenkolleg an der Rue de Madrid in Paris, es habe sich dabei nur um "kindliche Spiele" gehandelt; die Jesuiten hätten "jeglichen Sport" abgelehnt, und zwar hauptsächlich aus dem Grund, damit die Schüler sich nicht in "Wettkämpfen mit anderen Jugendlichen träfen, die auf staatliche oder konfessionslose Schulen gingen" (COUBERTIN, 1974, S. 19-20). Auch sonst unterstellt COUBERTIN den kirchlichen Schulen eine zurückhaltende, wenn nicht gar eine ablehnende Stellungnahme zum Sport, wie er ihn verstand: als Kampf, der vom Nimbus der Gefährlichkeit umgeben war. Aus der Ablehnung des so verstandenen "Sport" glaubte er, auf eine Leibverachtung, ja Leibfeindschaft schließen zu können (vgl. dazu COUBERTIN, 1974, S. 143).

Auch in der deutschsprachigen sporthistorischen Literatur wird, wenn von der Stellungnahme der katholischen Kirche die Rede ist - selbst in neueren Veröffentlichungen - von einer grundsätzlichen "Leibfeindlichkeit" gesprochen. Gerade im pädagogischen Bereich, d. h. in den "Bildungs-Institutionen" zeige sich immer noch ein "erbitterter Widerstand" gegenüber einer ausgewogenen Wertung der Leiblichkeit (JACOB 1994, S. 210). Anderseits wird auf die Pflege von Spiel und Sport hingewiesen, die der Jesuitenorden befürwortet und in seinen Erziehungsanstalten praktiziert habe. Doch sind diese Hinweise meist sehr allgemein - wenn z. B. BEGOV darauf hinweist, dass die körperliche Ausbildung im katholischen Bildungswesen "maßgeblich vom Jesuitenorden" getragen worden sei (BEGOV 1980, S. 151 f). In ähnlicher Weise äußert sich DIEM: "Dieses Verständnis für die Leibesübungen... hat sich der Orden durch die Jahrhunderte bewahrt" (DIEM 1964, S. 184) - ein Urteil, das der Auffassung COUBERTINS klar widerspricht.

 


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Was in jedem Fall jedoch fehlt, sind Einzeluntersuchungen, die das Pauschal-Urteil belegen bzw. differenzieren. Der Verfasser hat schon am Beispiel des Jesuitenkollegs von Fribourg in der Schweiz gezeigt, welchen Platz und welchen Stellenwert die Spiele bzw. die Leibesübungen in der konkreten Erziehungsarbeit eingenommen haben (vgl. A. KOCH 2002). Im folgenden soll dieser Aufweis ergänzt werden durch die Untersuchung des Kollegs "Stella Matutina" im vorarlbergischen Feldkirch.

Die "Stella Matutina" ("Morgenstern" - ein "Titel" der Mutter Jesu Maria) wollte bewusst die Tradition des Kollegs von Fribourg weiterführen. Im Anschluss an den sogenannten "Sonderbundkrieg" (in dem die "Schutz-Vereinigung" der katholischen schweizerischen Kantone gegen den "Bund" unterlag) war ja die Tätigkeit des Ordens seit 1848 in der Schweiz verboten worden; der "Jesuitenartikel" in der Schweizer Verfassung untersagte den Aufenthalt, später außerdem jegliche Wirksamkeit von Ordensangehörigen in der Schweiz. Die Bemühungen der Jesuiten, ihre schulische und pädagogische Tätigkeit weiter auszuüben, hatten 1856 endlich Erfolg - nicht zuletzt dank des Wohlwollens seitens des österreichischen Kaisers FRANZ JOSEPH (1848-1916). Im vorarlbergischen Feldkirch konnte man das städtische Gymnasium übernehmen; dazu kam ein Pensionat für zunächst hundert auswärtige Schüler.

Im Feldkircher Pensionat galt der Grundsatz: "Alles wie in Fribourg!" Dieser Grundsatz zeigte sich nicht zuletzt in dem breiten Raum, den Spiel und Sport im Leben der Zöglinge einnahmen, und zwar als ein wichtiges pädagogisches Element - dies als Beleg für die hohe Wertschätzung von Spiel und Sport in einem kirchlichen Erziehungskonzept.

Von dieser Erziehungskonzeption, die Spiel und Sport für die jungen Menschen einen erstaunlich breiten Raum gewährte, sind eine Reihe von Persönlichkeiten geprägt, die in der kirchlichen bzw. katholischen Jugendarbeit und Sportbewegung großen Einfluss hatten. Zu nennen ist vor allem Carl MOSTERTS (vgl. WOTHE 1959 und SÖLL 1960), der einige Jahre Zögling der "Stella Matutina" gewesen ist; er hatte entscheidenden Anteil an der Gründung des katholischen Sportverbandes "Deutsche Jugendkraft" (vgl. RÖSCH 1995 und SCHWANK 1979). Genannt sei aber auch Philipp KÜBLE, der in den ersten Jahren nach der

 


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Gründung der DJK durch viele Veröffentlichungen im Verbandsorgan einen großen Einfluss ausgeübt hat. KÜBLE war einige Jahre Zögling, später Erzieher und Leiter des Pensionates. Verwiesen sei aber auch auf Joseph SCHRÖTELER, der in den 20er Jahren der katholischen Pädagogik, damit aber auch dem Bereich des Sports wichtige Impulse gegeben hat.

Die vorliegende Abhandlung beschränkt sich auf die Zeit zwischen 1856, dem Jahr der Gründung der "Stella Matutina", und 1931, dem Jahr des 75-jährigen Bestehens der Anstalt. Die aus diesem Jahr stammende Festschrift (im folgenden mit "FS 2" zitiert), aber auch die "Jahresberichte" des Gymnasiums (mit "JB," zitiert) sind die Quellen bzw. die Belege für den breiten Raum, den Spiel und Sport im Erziehungskonzept einnahmen. Dazu kommen die Festschrift von 1906 (mit "STIGLMAIR" zitiert) und die Zeitschrift "Aus der Stella Matutina" (mit "STELLA" zitiert). Nicht zuletzt werden einige mündliche Informationen von Paul STRÄTER verwendet, die dieser gegenüber dem Verfasser 1969 gemacht hat. STRÄTER war Zögling und Erzieher in Feldkirch, außerdem sieben Jahre enger Mitarbeiter von Carl MOSTERTS in Düsseldorf.

 

II. Geschichtliche Entwicklung des Kollegs

Seit der Gründung des Kollegs im Jahr 1856 lassen sich vier Phasen der Entwicklung unterscheiden (vgl. dazu STIGLMAIR 1906 und L. KOCH 1934, S. 545 f). Neben dem Pensionat für auswärtige Zöglinge hatten die Jesuiten das städtische Gymnasium übernommen. 1868 wurde ihnen jedoch sowohl das Öffentlichkeitsrecht als auch die Führung des Gymnasiums entzogen. Die Anstalt war nur noch ein privates Internat mit einer staatlich nicht anerkannten Schule. Man beschränkte sich dabei auf den deutschen Unterrichtsplan, zumal die Mehrzahl der Zöglinge aus Deutschland kam, besonders aus dem katholischen Adel des Rheinlandes, Westfalens und Schlesiens. Die immer mehr steigende Zahl der Zöglinge machte eine bauliche Erweiterung notwendig. Sie wurde 1877 realisiert - verbunden mit der Anlage von ausgedehnten, für die Spiele vorgesehenen Plätzen. 1892 wurde das Kolleg endlich wieder eine staatlich

 


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anerkannte österreichische Unterrichtsanstalt mit einer - wie bisher - privaten deutschen Abteilung; diese wurde 1924 als deutsches Auslands-Gymnasium anerkannt. Es musste 1934 jedoch nach St. Blasien im Schwarzwald verlegt werden.

Die Beliebtheit und Vielfalt der Spiele im Internatsleben sind eng verbunden mit dem Namen von P. Karl SCHÄFFER, dessen Mutter aus England stammte. Schon als Zögling besuchte er die "Stella Matutina". Nach seinem Eintritt in den Jesuitenorden und nach ersten Studien wurde er für vier Jahre Erzieher im Internat ("Präfekt"); später war er 16 Jahre "Generalpräfekt", d. h. Internatsleiter (1882 - 1898), schließlich noch zwei Jahre Rektor des Kollegs. Auf ihn sind wohl vor allem die Ausgestaltung und die Vielfalt von Spielen zurückzuführen. So wurde durch ihn Fußball (am Anfang wohl mit adaptierten Regeln) populär. Außerdem führte er während seiner Präfektenzeit Hockey und Cricket ein. "Durch seinen Bruder hatte P. SCHÄFFER die nötigen Bälle, Stöcke und andere Garnituren kommen lassen." (STELLA, 1927, S. 232) Nicht zuletzt war P. SCHÄFFER der große Förderer der Berg-Exkursionen. Er "galt für uns Zöglinge als der beste Kenner der umliegenden Bergwelt" (FS 2, S. 170).

 

III. Die Spiel- und Sportstätten

Für die täglichen Spiele der Zöglinge (in der Regel standen eineinhalb Stunden am Nachmittag zur Verfügung) waren "sechs große, kiesbedeckte Spielplätze" vorhanden (JB, 1909, S. 29), die man im Winter in "Eisflächen verwandeln" konnte (JB, 1892, S. 35). "Auf diesen Plätzen wurden die von der Unterrichtsverwaltung so eindringlich empfohlenen Jugendspiele in einem Ausmaß betrieben, wie es eben nur in Internaten möglich ist." (JB, 1909, S. 30) Seit 1923 stand auch ein eigener Tennisplatz zur Verfügung (STELLA, 1923, S. 280).

Wie schon in Fribourg wurde großer Wert darauf gelegt, dass die Zöglinge Gelegenheit zum Baden und Schwimmen hatten. Anfangs badete man im (heute nicht mehr vorhandenen) Rankweiler Teich bzw. See.

 


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Da dessen Benützung "allemal eine ganze Reise hin und her erforderlich" machte, sah man sich nach einer anderen Möglichkeit um. So legte man schon nach 1860 im benachbarten Tisis einen "Badeweiher" an, also ein "Freibad". Dieser "Badeweiher" war "mit einer Mauer umgeben, der Boden mit Ziegeln... belegt" (STELLA, 1911, S. 43). Im Jahr 1912 wurde dann ein Hallen-Schwimmbad mit den Becken-Maßen von 24 x 10 Meter gebaut. Im entsprechenden Jahresbericht wird - nach der ausführlichen Beschreibung der ganzen Anlage - voll Stolz darauf hingewiesen, nun sei "der Klage abgeholfen, die noch vor zwei Jahren auf der Enquete für körperliche Erziehung in Wien von kundiger Stelle erhoben wurde; sie lautete: ‚Eine gedeckte, auch im Winter benützbare Schwimmhalle... hat noch keine Mittelschule in Österreich aufzuweisen.'" (JB, 1912, S. 31)

Als nach dem 1. Weltkrieg ein möglicher Anschluss des Landes Vorarlberg an die Schweiz zur Diskussion stand (dort galt nach wie vor das "Jesuitenverbot"), stellte ein Schweizer Journalist in einem Artikel der "Neuen Zürcher Nachrichten" voll Bewunderung beim Besuch der "Stella Matutina" fest, die Anstalt habe ein "Schwimmbad, wie es in der ganzen Schweiz nur in der Stadt St. Gallen ein ähnliches gibt" (STELLA, 1920, S. 350).
    Seit der staatlichen Anerkennung der Anstalt als Privatgymnasium im Jahr 1892 war das Fach Turnen obligatorisch geworden. So sah man sich genötigt, eine eigene Turnhalle einzurichten. Deshalb wurde der vorhandene Theatersaal mit den für den Turnunterricht notwendigen Geräten (Kletterstangen, Leitern, Ringe, Reck, Sprungbretter, Keulen etc.) ausgerüstet (vgl. STELLA, 1909, S. 55-58). 1929 konnte dieses Provisorium durch eine "moderne Turnhalle mit Bade- und Geräteraum" ersetzt werden (FS 2, S. 7).

 


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IV. Spiele und Sportarten in der "Stella Matutina"

Die täglichen Spiele waren für alle Zöglinge eine Selbstverständlichkeit. Deshalb gab es - außer bei Krankheit - keine "Befreiung von gesundem, aber manchmal etwas riskantem Leibestraining" (FS 2, S. 137). Ein anderer Zögling erinnert sich: "Es gab... kein Sich-Drücken; spielen mussten alle." (FS 2, S. 193) Die Spiele und sportlichen Übungen wechselten mit den Jahreszeiten. Es gab aber auch im Lauf der langen Jahre neue sportliche Spiele, auch Anpassungen an die sonst üblichen Spielformen und -regeln.

In den Anfangsjahren der Anstalt wurde - wie in Fribourg - mit großer Leidenschaft das "Stelzenspiel" gespielt, ein Fußballspiel auf Stelzen. "Feldkirch ohne Stelzenspiel hätten wir uns nicht denken können." (FS 2, S. 81) Die Stelzen, meist aus Tannenholz, waren relativ kurz. Sie reichten "mit einem Quergriff bis zur Mitte des Oberschenkels..., wo sie mit festem Griff umklammert" wurden. Es ist verständlich, dass "beim Laufen auf den Stelzen und besonders beim Schlagen des Balles Arm- und Beinmuskeln in Tätigkeit traten und so gestärkt wurden" (FS 2, S. 31). "Auf dem Spielplatz gab es... nur eine Rotte wilder Buben, welche sich, ... eine wuchtige Stelze in der Hand, wie besessen um einen Lederball rauften... Es gab unter uns einige wirkliche Meister, auf den Stelzen ebenso zu Hause wie auf den eigenen Beinen... Was mich betrifft, so brachte ich es bald dahin, im Wettrennen einen guten Fußläufer zu überholen, Hindernisse springend zu nehmen, auf einer Stelze, die andere schwingend, über die ganze Breite des Hofes zu hüpfen." So schreibt einer der Zöglinge später (FS 2, S. 41). Da das Stelzenspiel - wie es heißt - "mit Fanatismus" gespielt wurde, ging es nicht ohne gefährliche Blessuren ab: Beinbrüche, verlorene Zähne etc. waren an der Tagesordnung. Und immer wieder gab es Streit unter den Spielern: "Sie schlugen mit den Stelzen." So erzählte Paul STRÄTER dem Verfasser. Es war daher nicht verwunderlich, dass das Stelzenspiel abgeschafft wurde - die unpopulärste Maßnahme, die P. LÖFFLER in seiner Amtszeit als Rektor der Anstalt (1875 - 1882) vornehmen musste, und die sogar einen "Streik" der Zöglinge zur Folge gehabt haben soll. Jedenfalls erfolgte das "Grabgeleit der Stelzen nicht ohne Tränenstrom" (FS 2, S. 81).

 


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An die Stelle des Stelzenspiels trat dann das Fußballspiel. Doch scheint es durch P. SCHÄFFER auf die Feldkircher Situation adaptiert worden zu sein, wie Paul STRÄTER für die Zeit um 1890 berichtet. Auch die Fotos belegen diese "Anpassung" z. B. der "Tore" an die vorhandenen Möglichkeiten. Der schwere Lederball durfte auch - so STRÄTER - mit der Faust berührt werden. Das "Tor" hieß "Ziel". Es gab einen eigenen Torraum, in dem sich nur der Tormann aufhalten durfte. Es gab auch keinen Schiedsrichter, sondern nur zwei Mannschaftsführer, die jede Woche von der Abteilung ("Division" genannt) gewählt wurden. Diese hatten das Recht, bei einem "Fehler" einen Spieler der Gegenpartei auszuschließen.
    Ob diese Variante des Fußballspiels identisch ist mit dem "sogenannten deutschen Fußballspiel", wie in einem Bericht zu lesen ist (STELLA, 1921, S. 122), ist nicht mehr festzustellen. Jedenfalls wurde diese Variante später zugunsten des sonst üblichen Fußballspiels aufgegeben. Besonders seit den 20er Jahren gehörte das übliche Fußballspiel zu den beliebtesten Spielen in Feldkirch (vgl. STELLA, 1926, S. 42 - 44).

Neben dem Fußballspiel waren "die beliebtesten Spiele... Treibball, Schlagball, Rundlauf und Barlaufen" (JB, 1896, S. 97). Beim "Treibball" handelt es sich um Hockey; das "Schlagballspiel" wird in den Berichten in der Regel mit "Rounders" bezeichnet. Offensichtlich handelt es sich bei diesem "Schlagballspiel" um eine dem Baseball ähnliche Sportart (vgl. ENDREI 1988, S. 126).
    Von hierher wird die Bemerkung eines ehemaligen Zöglings für die Zeit um 1895 verständlich, dass dieses Spiel von den "Faulen" bevorzugt wurde, "weil man dabei gelegentlich sitzen konnte" (STELLA, 1931, S. 747). Erwähnt wird auch die Einführung eines neuen Spiels mit dem Namen "Turnierball" (JB, 1911, S. 29); leider werden keine näheren Angaben über dieses Spiel gemacht. Als Spiele werden außerdem immer wieder genannt: Faustball, Cricket, Lawn-Tennis, Tischtennis, Völkerball und Handball.

Seit der staatlichen Anerkennung der Anstalt als Privatgymnasium war der Turn-Unterricht obligatorisch. Das Fach wurde "von weltlichen Herren aus Feldkirch", d. h. von Turnlehrern dortiger Schulen gegeben (JB,

 


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1892, S. 24). Zwei Jahre später heißt es, dass "Turnen in fünf Abteilungen, je zweimal die Woche" gegeben wurde, und dass "mit Ausnahme von acht... alle Schüler an den Turnübungen" teilgenommen haben (JB, 1894, S. 46). Diese fanden "bei günstigem Wetter im Freien" statt (JB, 1896, S. 98). Seit 1909 stand für die Übungen eine eigene Turnhalle zur Verfügung.

Die Zahl der Unterrichtsstunden im Turnen wurde seit 1902 auf eine Wochenstunde reduziert. Mit "Rücksicht auf die in so ungewöhnlichem Ausmaß betriebenen Turnspiele" innerhalb des Pensionates wurde diese Reduzierung "bis auf weiteres genehmigt" (JB, 1911, S. 38). Welche Übungen in diesem "Unterricht" gemacht wurden, lässt sich nicht mehr eindeutig feststellen. Einen Hinweis geben wohl die Einrichtungs-Gegenstände, die 1909 für die neue Turnhalle genannt bzw. angeschafft wurden.
    Hinzuweisen ist hier aber auch darauf, dass das Schulturnen bei den Schülern offensichtlich nicht sonderlich beliebt war. STRÄTER spricht sogar für die ersten Jahre vom Turnlehrer als dem "verhasstesten Mann" der ganzen Schule, da meistens "marschiert" und die Übungen nicht vorgemacht worden seien. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass während des 1. Weltkriegs das Fach "Turnen" nur in eingeschränktem Umfang gegeben wurde bzw. gegeben werden konnte, da keine entsprechenden Lehrer wegen des Krieges zur Verfügung standen. Der Krieg wirkte sich auch auf das Leben der Anstalt aus: "Das tägliche Leben in der Stella Matutina hat seit Beginn des Krieges einen gewissen militärischen Einschlag erhalten." (JB, 1916, S. 5) Es wird hingewiesen auf "Marschübungen" und auf "Kriegsspiele". Im Jahresbericht 1918 ist die Rede von "Exerzierübungen..., Melde- und Signalübungen, Morsen und Übungen im Kartenlesen"; bei ungünstiger Witterung "fanden im Turnsaale der Anstalt Schießübungen statt, die recht gute Erfolge erzielten" (JB, 1918, S.24).

Wenn für die Zeit nach dem 1. Weltkrieg unter dem Begriff Turnen auch die verschiedenen Ballspiele und leichtathletische Übungen genannt werden, dann wird auch hier deutlich, dass der Begriff Turnen weiter gefasst war als heute. So ist neben der Aufzählung verschiedener Ballspiele die Rede von 100-Meter-Läufen, von Hochsprung und Stabhochsprung, von Speer- und Diskuswerfen, vom Kugelstoßen. Freilich gab es

 


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auch vorher schon die entsprechenden Übungen: "Diskuswerfen, Kugelstoßen und Gerwerfen" (JB, 1909, S. 30).
    Es ist die Rede von "Dauerlauf auf den weiten Rasenflächen des sogenannten ‚Schlachtfeldes'" (so genannt nach einem Schlacht-Ort in den napoleonischen Kriegen): "Bei solchen Übungen brachten es einige Schüler auf eine Stunde Dauerlauf." (JB, 1910, S. 37) Nach dem 1. Weltkrieg ist für 1924 sogar von einem großen "Schau- und Wett-Turnen der Vorarlberger Mittelschulen, bei dem sich unsere Leute nebst Lorbeerzweigen und Diplomen die Siegespalmen in allen Spielen gegen Bregenz und Feldkirch holten" (FS 2, S. 343), die Rede.

Obwohl nach den Erinnerungen eines Zöglings schon nach 1860 "Fecht-Unterricht" erteilt wurde (FS 2, S. 49), ist erst 1910 vom Fechten als "freiem Unterrichtsgegenstand" am Obergymnasium die Rede. "Bei dem lebhaften Interesse, das die Jugend begreiflicherweise dieser edlen Kunst entgegenbringt, mussten sogleich vier Kurse eingerichtet werden. Dank den eifrigen Bemühungen des Herrn Fechtlehrers erzielten die Teilnehmer recht schöne Erfolge." (JB, 1911, S. 31) Dem Bericht der Schule können wir ferner entnehmen, dass der Unterricht zwei halbe Stunden wöchentlich umfasste, und welche verschiedenen Übungen auf dem Unterrichts-Programm standen (JB, 1911, S.8).
    Aufschlussreich ist die Begründung, warum das Fechten in den "Erziehungsbetrieb" aufgenommen wurde: "Es nimmt unter den gymnastischen Übungen ohne Zweifel einen hohen Rang ein, denn es ist in hervorragender Weise geeignet, ebenso die Geschicklichkeit des Körpers zu fördern, wie es durch Bannung aller unwillkürlichen Bewegungen sogar eine strenge, aber nicht minder wertvolle Selbstzuchtschule bildet." (STELLA, 1911, S. 62) Der Fechtunterricht musste allerdings während des Krieges eingestellt werden (JB, 1916, S. 31); in späteren Jahresberichten findet er keine weitere Erwähnung mehr.

Bis zur Errichtung des Hallenbades im Schuljahr 1911/12 konnte nur im Rankweiler See und im Schwimmbassin von Tisis gebadet bzw. geschwommen werden. "Rankweil war unser Eldorado" - so erinnert sich ein Zögling. "Der untere, offene Teil der langgestreckten Fläche gewährte das erfrischendste Bad; der obere, schilfrige... bot Gelegenheit zu herrlichen Entdeckungsreisen, indianerhaft geheimnisvollen Kanoe-Fahrten." (FS 2, S. 42 f)

 


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Der Rankweiler See trat dann durch den Bau eines eigenen Schwimm- und Bade-Bassins in Tisis, der nur zwanzig Minuten vom Kolleg entfernt lag, in den Hintergrund. "Zweimal die Woche wanderten wir im Sommer zum Badeweiher" - so heißt es für die Jahre um 1890 (FS 2, S. 193). Das Bassin war "auf einer Seite tief genug, um verschiedene Wasserkünste zu erlauben" (JB, 1892, S. 35). Fast jeder Jahresbericht erwähnt nach diesem Zeitpunkt das Baden bzw. Schwimmen im Badeweiher bei Tisis.
    Als dann das Hallenbad kriegsbedingt nicht geheizt werden konnte, aber auch später noch an heißen Sommertagen, wurde der Badeweiher wieder eifrig benützt. "Da stürzt man sich an heißen Sommertagen von der Höhe des Sprungbrettes in elegantem Kopf- bzw. minder elegantem Bauchsprung in die grüne Flut." (FS 2, S. 322 f) Später ist die Rede von "Kopfsprüngen", vom "Tauchen unter der Oberfläche" und vom "Schwimmen wie die kleinen Ellritzen" (STELLA, 1925, S. 456).

War das Schwimmen für die meisten Zöglinge schon selbstverständlich, als nur der Rankweiler See bzw. das Badebassin von Tisis zur Verfügung standen, so wurde es erst recht nach der Erbauung des Hallenbades gepflegt. "Die heizbare Schwimmhalle der Anstalt wurde wiederum eifrig benützt. Ein guter Teil der Zöglinge, die noch nicht schwimmen konnten, lernten es im Laufe dieses Jahres." (JB, 1916, S. 30)
    Anlässlich der Einweihung heißt es: "In Zukunft können alle Zöglinge zu jeder Jahreszeit in 6 bis 8 Abteilungen mehrere Male in der Woche baden bzw. sich im Schwimmen üben." (JB, 1912, S. 31) Aufschlussreich ist auch folgende Bemerkung aus dem Jahr 1929: "Den sportlichen Einfluss unseres Generalpräfekten" - gemeint ist P. KÜBLE - "fühlt man auch an der Verordnung heraus, nach der alle bis Ostern schwimmen können müssen." (STELLA, 1929, S. 470)

Einen breiten Raum in den Jahresberichten, aber auch in den Erinnerungen der ehemaligen Zöglinge nehmen die sportlichen Aktivitäten während der Wintermonate ein. Schon für die Anfangszeit wird berichtet, wie mit dem ersten Frost "der Hof durch Einpumpen von Wasser in einen vorzüglichen Schlittschuhplatz verwandelt" wurde. Beliebt war auch der zugefrorene Rankweiler See mit seiner "frischgekehrten weiten Eisfläche" (FS 2, S. 42 f). Ebenso konnte das Badebassin in Tisis im Winter als Eisbahn benützt werden.

 


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Als später auf dem Reichenfeld die großen Spielplätze zur Verfügung standen, wurden diese ebenfalls in Eisflächen verwandelt (JB, 1909, S. 30). Im Vordergrund stand dabei das Schlittschuhlaufen. So heißt es immer wieder in den Jahresberichten: "Der strenge Winter erlaubte die Freuden des Schlittschuhlaufens in ausgiebigster Weise." (JB, 1893, S. 60) Er bot "allen reichlich Gelegenheit zu körperlicher Bewegung und zur Belustigung" (JB, 1896, S. 97).

Neben dem Schlittschuhlaufen bildete das Rodeln bzw. das Schlittenfahren die große Attraktion. In der ersten Zeit zogen die Schüler mit ihren Schlitten zu einem der umliegenden Hügel oder zum Älple, einem Berg in der Nähe von Feldkirch. Es wird erzählt, dass man "von der erreichten Höhe, einer nach dem anderen, in vorgeschriebenen Zeiträumen zu Tal" sauste. "War bei dieser Art des Schlittenfahrens einerseits die Gefahr durch die größere Weichheit der Schneefläche vermindert, welche ein Lenken des Gefährtes mit den im Grätsch vorgespreizten Beinen gestattete, so nahm andererseits bei der großen Länge der zu durchmessenden Bahn die Fahrtgeschwindigkeit in unheimlicher Weise zu... Eine falsche Lenkbewegung, und man stürzte in irgendeinen verschneiten Hohlweg; ein Stein, ein Ast am Wege, und man überschlug sich, in weitem Bogen vorwärtsfliegend, und musste nur zusehen, rasch aus der Bahn zu kriechen, bevor einem der Hintermann sausend über den Hals gefahren kam. Es war ein halsbrecherischer Sport, der jedoch meines Wissens nie ernstere Unfälle herbeigeführt hat, und jedenfalls mut- und nerverstärkend wirkte." (FS 2, S. 42)
    Offensichtlich auf diese frühe Zeit bezieht sich wohl die folgende Bemerkung zur "Technik" des Rodelns: "Das Feldkircher Schlittenfahren war damals eine sportlich überaus hoch entwickelte Kunst. Es hat mich immer gewundert, dass dieses kunstvolle und so elegante Fahren auf dem linken Schenkel, mit dem rechten Steuerfuß in der Luft nirgends Nachahmung gefunden hat." (FS 2, S. 193)

Als Ende der 70er Jahre die Spielplätze auf dem Reichenfeld-Gelände zur Verfügung standen, bauten die einzelnen "Divisionen" bzw. Abteilungen ihre Rodelbahnen und - als Spezialität - sogenannte "russische Berge", d. h. Holzgerüste, die "mit Wasser übergossen" eine Eisbahn bildeten, "über welche wir auf kleinen Holzschlitten

 


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jauchzend hinabschossen... Oft drehte sich auf der spiegelglatten... Fläche der Schlitten um, und man kam mit dem Rücken voraus, die Beine in der Luft unten an." (FS 2, S. 42) Weiter heißt es, dass die Zöglinge "Schlittenbahnen" bauten, die in weitem Bogen die Tummelplätze der Schlittschuhläufer, mit weiten seitlichen Dämmen versehen, umkreisen" (FS 2, S. 206). Die Rodelbahnen waren also "mit Schnee- und Eisdämmen eingefasst" (JB, 1910, S. 35). Die Bahnlänge betrug oft an die 300 Meter (STELLA, 1911, S. 29). Selbstverständlich kam es dann auch zum "Geschwindigkeitsrodeln", also zu einer Zeitmessung (FS 2, S. 360).

Einen breiten Raum in den Berichten nimmt der winterliche "Schnee-Burgenbau" ein. Auch wenn man das nicht im eigentlichen Sinn als eine "sportliche Übung" bezeichnen kann, so gehörte diese Tätigkeit zu den Lieblingsbeschäftigungen der Zöglinge. Nach der Fertigstellung dieser oft bis zu 8 Meter hohen Bauten wurden - dem Zeitgeist entsprechend - "Kriegspiele" durchgeführt: "Die heißen Kämpfe, welche die kalten Mauern unserer Festungen schauten, wären wirklich ein würdiger Gegenstand eines Kinematographen gewesen." (STELLA, 1910, S. 18) Erst recht dienten diese "Schneeburgen" während des 1. Weltkriegs für derartige "Kriegsspiele". So ist im Jahresbericht von 1915 die Rede von "Schneeburgen und Schützengräbenanlagen, die verteidigt und erstürmt wurden; alles dies brachte den Schülern den Ernst der Gegenwart nahe und wies sie hin auf die Aufgabe, die die Zukunft ihnen stellt" (JB, 1915, S. 33). Interessant ist der Hinweis auf den "sozialpädagogischen Nutzen" dieser "Schnee-Arbeiten": sie verlangen "Geduld und Beharrlichkeit, vollziehen sich durch Arbeitsteilung und einträchtiges Zusammenwirken und geben praktische Kenntnis eines Gemeinbetriebes. Endlich ist es von Nutzen, wenn Zöglinge aus verschiedenen Gesellschaftskreisen in gleicher Weise die Beschwerden und Freuden der Handarbeit kennen lernen" (JB, 1910, S. 36).

Nach dem 1. Weltkrieg fand das Skifahren Eingang in die sportlichen Aktivitäten der Anstalt. Besonders die älteren Zöglinge widmeten sich in den Wintermonaten bei entsprechender Schneelage diesem Sport. Zum ersten Mal wird das Skifahren für den Winter 1924/25 erwähnt. Es ist die Rede davon, dass der einziehende Winter "neue Freuden bringen" sollte; "namentlich der Oberabteilung den Skisport" (FS 2,

 


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S. 343), und dass Skifahrer "alle Wiesenhänge in Besitz" nehmen: "Sportlich ausgerüstet steigen die Männer der Oberabteilung mit langen Stecken und noch längeren Brettern hinan. Dann ein schüchterner Versuch, und schon rutschen sie mehr oder minder elegant auf den eingefetteten Brettern zu Tal." (STELLA, 1925, S. 452) "Da wurden elegante Kurven geschlagen, und wie im Fluge eilt der preisgekrönte Sieger... über die schneeige Flur. Manch einem aber verschlägt es die Sache, und sieht er eben aus wie Ikarus nach seinem Wasserbad, nur dass das Wasser hier zu Schnee geworden ist." (STELLA, 1926, S. 46)

Unter dem Generalpräfekten KÜBLE wird dann nicht nur auf dem Kollegsgelände Ski gefahren. Die Schüler der Oberabteilung durften "von Amerlügen und Schönblick" skifahren (STELLA, 1927, S. 178). Auch in den folgenden Jahren ist die Rede davon, dass die Großen "dienstags und donnerstags den Skisport ober- und unterhalb von Amerlügen" pflegten (STELLA, 1929, S. 536 f).

Keine andere in der Freizeit geübte (sportliche) Aktivität nimmt einen solchen Raum sowohl in der Erinnerung der Ehemaligen wie auch in den jährlichen Berichten ein wie die "Berg-Exkursionen". "Wie oft habe ich seither auf zahlreichen Alpentouren dankbar dieser Feldkircher Exkursionen gedacht, die uns die Schönheiten der Alpenwelt näher gebracht... haben." (FS 2, S. 175) Das ist der Eindruck, der sich einem Zögling um das Jahr 1890 eingeprägt hat.

Etwas emphatischer klingen die Sätze eines Schülers aus dem Jahr 1929 vom Gipfelerlebnis auf dem Säntis: "Ein stilles Ahnen göttlicher Majestät und Schöpfergröße durchzieht unser Herz... Uns allen werden jene eindrucksvollen Schöpfungswunder unauslöschlich in die Seele geprägt bleiben." (STELLA, 1929, S. 533 und 535) Ein anderer sieht im Gipfelerlebnis eine "genussreiche Lektürestunde... in Gottes grandioser Bergbibel" (FS 2, S. 406).

Drei- oder viermal in jedem Schuljahr gab es für alle Abteilungen die kleinen und großen Bergtouren - in den ersten Jahren auf die Berge, die von Feldkirch aus zu Fuß erreichbar waren. Oft begannen diese Touren schon "nach Mitternacht" (FS 2, S. 43); und Marschzeiten von 7 bis 11

 


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Stunden auch für die Jüngsten waren fast selbstverständlich. Die "große Exkursion" konnte sogar zwei und mehr Tage dauern. Später im Zeitalter des Autos fuhren die einzelnen Abteilungen bis zum Fuß der zu ersteigenden Berge, "so dass... viel weiter ausholende Touren möglich waren als früher" (FS 2, Ss. 383). Als Ziele der Bergwanderungen werden immer wieder genannt: Freschen, Hochgerach, Gurtis, Gallina, Drei Schwestern, Mondspitze, Alpwegkopf, Zamangspitze, Scesaplana, Hoher Kasten, Saxerfirst, Alvier, Säntis, Sulzfluh und sogar Piz Buin. Schon in den großen Ferien von 1913 ist der Piz Buin in der Silvretta-Gruppe Ziel einer dreitägigen "Exkursion": "Den Glanzpunkt bildete eine große Tour auf den 3316 hohen Piz Buin. Eine Gesellschaft von 6 auserlesenen Sportmännern mit 2 Präfekten brach am 4. August um 10 Uhr Vormittags auf Garina auf." (STELLA, 1913, S. 90)

Wenn man bedenkt, dass an den Exkursions-Tagen bis zu 500 Zöglinge unterwegs waren, dann kann man sich nur darüber wundern, dass von ganz wenigen Zwischenfällen nur die Rede ist, die aber immer glimpflich ausgegangen sind. Bei diesen Bergtouren wurde den Zöglingen einiges an Anstrengungen zugemutet; oft wird sogar von "Erschöpfung" berichtet (z. B. FS 2, S. 44). Das bestätigt der Bericht eines Teilnehmers über die erste Exkursion auf den Säntis mit 35 Zöglingen im Jahr 1861. Der Hinweg von Feldkirch nach Wildhaus, dann der Aufstieg und Abstieg, schließlich der Rückweg wurden innerhalb von zwei Tagen (von Mitternacht bis Mitternacht) bewältigt. Kein Wunder, dass alle Teilnehmer völlig erschöpft in Feldkirch ankamen, sodass in der Folgezeit ein zusätzlicher Tag eingeplant wurde (vgl. STELLA, 1911, S. 81-84).
    "Dass eine volle ‚Division', ohne einen Mann zurückzulassen, in einem Tagesmarsch die Saxerfirst-Exkursion durchführen konnte, zeigt, wie Spiel und Spaziergänge uns alle abgehärtet und trainiert hatten... Immerhin bleiben fünf Stunden Marsch in der Ebene hin und her und dazu ein Anstieg von 1600 - 1700 Meter schon eine gewaltige Leistung, und doch wollte keiner davon lassen." (FS 2, S. 175)
    Ein anderer Zögling konstatiert: "In solchen Massen hohe Berge diszipliniert zu bezwingen, bedeutete immer eine Spitzenleistung... und war auch ein Zeugnis für die unerreicht hohe körperliche Ausbildung, die wir in Feldkirch genossen." (FS 2, S. 195)

 


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V. Die Erziehungskonzeption der "Stella Matutina"

Wenn man den erstaunlich großen Umfang sich vor Augen hält, der in der "Stella Matutina" dem Spiel und den sportlichen Aktivitäten eingeräumt wurde, stellt sich natürlich die Frage nach dem zugrunde liegenden Erziehungskonzept. Ein ehemaliger Zögling formuliert diese so: "Die pädagogischen Normen, nach denen die Erziehung im Feldkircher Pensionat gehandhabt wird, sind in den Konstitutionen des Ordens festgelegt und daher im wesentlichen durch die ganze Zeit herauf bis heute richtunggebend gewesen, wenn sie auch den jeweils geänderten Zeit- und Lebensverhältnissen in kluger und maßvoller Weise Rechnung tragen.
    Dass die im Hause angewendeten religiösen und allgemein erzieherischen Mittel zur Heranbildung charaktervoller katholischer Männer zielführend sind, das verbürgt nicht nur die mehrhundertjährige pädagogische Erfahrung und anerkannte Erziehungsweisheit des Jesuitenordens, sondern auch die Tatsache, dass seit Bestand der Anstalt die überwiegende Mehrheit der das Haus verlassenden Zöglinge in ihrem späteren Leben den auf sie gesetzten Erwartungen entsprochen haben und noch entsprechen." (FS 2, S. 16)

Und voll Stolz kann ein anderer schreiben: "Zur Zeit, als in unseren Gegenden noch niemand den Betrieb der Jugendspiele praktisch durchführte, und mehrere Jahrzehnte, bevor z. B. die österreichischen Schulbehörden den Wert dieser Dinge für das körperliche Wohl der jungen Studenten und ihren allgemeinen erzieherischen Wert erkennend, die systematische Förderung der Jugendspielübungen in die Hand nahmen, sind sie hier an dieser Stätte in vorbildlicher Weise gepflegt worden." (FS 2, S. 206)

In fast allen Jahresberichten wird auf dieses bewährte Erziehungskonzept Bezug genommen. So heißt es für das Schuljahr 1909/10: "Da ein Internat den ihm anvertrauten Zöglingen das Elternhaus nach Möglichkeit zu ersetzen bestrebt sein soll, wurde von der Anstaltsleitung der Gesundheitspflege und körperlichen Erziehung der Schüler die angelegentlichste Fürsorge zugewendet." (JB, 1910, S. 33)

 


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Und im Hinblick auf die sportlichen Aktivitäten heißt es im selben Jahresbericht: "Die hygienischen Vorteile solch rüstiger Arbeit und fröhlichen Spiels in frischer Winterluft und die pädagogischen Vorteile solch nützlicher Verwendung der zur Reife gedeihenden Jugendkraft brauchen wir nicht auszuführen. Es verdient aber ein weiterer Vorteil eigens hervorgehoben zu werden, der sozialpädagogische Nutzen von derlei Übungen. Turnen und Spiele gewöhnen an Kommandos und militärische Zucht, was für die studierende Jugend durchaus nötig ist." (JB, 1910, S. 36)

So verwundert es nicht, wenn im Jahresbericht 1916, also im 1. Weltkrieg, darauf hingewiesen wird: "Die allgemeinen Erfahrungen im Weltkrieg und mancher Brief aus dem Felde, in dem ehemalige Schüler mit Dank es bekannten, wie sehr sie gerade jetzt die körperliche Ausbildung und Abhärtung in ihrer Jugend schätzen gelernt hätten, konnten die Anstalt nur darin bestärken, an ihren Grundsätzen und Einrichtungen festzuhalten." (JB, 1916, S. 30)

Immer wieder wird von den ehemaligen Zöglingen auf den Gewinn für ihr späteres Leben hingewiesen. "Das gesunde Maß an Spartanismus, das Feldkirch uns bot, betrachte ich als eine Wohltat fürs Leben." (STELLA, 1931, S. 734)

Auf einen weiteren positiven Aspekt weist Kurt von SCHUSCHNIGG, der spätere österreichische Bundeskanzler, hin: "Wir haben in der Stella gelernt, uns einzufügen, zu dienen um einer größeren Gemeinschaft willen. Als man in der großen Welt, zumal in Intellektuellen-Kreisen, noch herzlich wenig von Demokratie und Gemeinschaftserziehung sprach und wusste, waren wir bereits zu echter demokratischer Führung erzogen." (STELLA, 1931, S. 738)

Modern mutet die Äußerung eines anderen ehemaligen Zöglings an: "Kosmopolis, das war die Stella immer, und das mag gerade in den Zeiten, wo es wieder gilt, mit unendlicher Mühe ein Europa aufzubauen, Zusammenhänge zu finden, die einst in der abendländischen Christenheit so lebendig waren, eine Mission für Feldkircher sein." (STELLA, 1931, S. 736)

 


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Die Bewertung der Erziehungskonzeption der "Stella Matutina" ist bezeichnend: "Es sind... aus den Jungen, die durch diese Schule hindurch gingen, viele Männer der Tat hervorgegangen, die der Stätte, die sie erzog, zur Ehre gereichen...
    Also Respekt vor diesen Feldern jugendlichen Regens und Ringens, auf denen sich wackere Männer, die auf den Kampfplätzen des modernen Lebens sich Lorbeeren holten, in den Wettkämpfen der Jugend gemessen haben." (FS 2, S. 206 f)

Vielleicht wird am Feldkircher "Modell" dieser Erziehungskonzeption auch deutlich, wie diese Auffassung der Jesuiten mit der Überzeugung korrespondierte, man habe für den Bereich der Leibpflege und der Leibesübungen einen Weg gefunden, den man nicht - gerade auch in Anbetracht der negativen Entwicklungen im profanen Bereich - aufgeben solle. Jedenfalls drängt sich der Eindruck einer gewissen "Exklusivität" zumindest für die Zeit bis zum Ende des 1. Weltkriegs auf.

Sie zeigt sich m. E. gerade in der Adaptation der verschiedenen Spiele an die vorhandenen örtlichen Gegebenheiten. Erst nach dem 1. Weltkrieg werden die allgemein üblichen Spielformen und Spielregeln übernommen; ja, man nimmt sogar an den Vorarlberger Schul-Meisterschaften teil - ein Faktum, das fast den "Verrat" an der traditionellen Erziehungskonzeption bedeutet. Dieser "Wandel" war vor allem dem Wirken von KÜBLE zuzuschreiben, durch den "in den Sport... ein ganz anderer Geist" hineinkam" (FS 2, S. 396).

Was die Auffassung von Erziehung durch Spiel und Sport in der "Stella Matutina" betrifft, so fällt auf, dass in allen Berichten und Erzählungen, wie sie uns in den Heften "Aus der Stella Matutina", in den "Jahresberichten" und in der "Festschrift" zum 75-jährigen Bestehen vorliegen, ein Bereich nur in wenigen vagen Andeutungen angesprochen wird, bzw. dass bestimmte Begründungen für die Nützlichkeit von Spiel und Sport nicht vorkommen, obwohl sie seitens der katholischen Pädagogik, besonders aber seitens der Moraltheologie immer wieder genannt werden: Spiel und Sport als Vorbeugungsmittel gegen Gefahren und Verirrungen des Sexuellen (vgl. A. KOCH, 2002, S. 82-86).

 


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Aus Veröffentlichungen einiger Erzieher der "Stella Matutina" lässt sich jedoch indirekt ein Bild gewinnen, das allerdings in keiner Weise einheitlich, wenn nicht sogar widersprüchlich ist. Im Grunde stehen sich zwei Positionen gegenüber: eine mehr rigoristisch-voluntaristische Auffassung bzw. eine mit pädagogischen Prinzipien gerechtfertigte "Instrumentalisierung" von Spiel und Sport; auf der anderen Seite eine mehr ganzheitliche und unbefangene Sicht.

Hier sei für die mehr rigoristische Auffassung hingewiesen auf das "Präfektenbuch" von Anton DAVID, der über dreißig Jahre als Erzieher in Feldkirch tätig war; auf seiner Linie liegt später auch Philipp KÜBLE, der Zögling, Erzieher und Internatsleiter war, und dessen Übersetzung von LOCKINGTONS "Durch Körperbildung zur Geisteskraft" viele Auflagen erlebte.

Ganz anders ist die Auffassung von Stanislaus von DUNIN BORKOWSKI, der ebenfalls Zögling, Erzieher und Religionslehrer in Feldkirch gewesen ist. Was er über "Körperpflege" schreibt, ist auch heute noch lesenswert. (DUNIN BORKOWSKI 1929)

 

VI. Impulse für die katholische Sportbewegung

Die Feldkircher Erziehungskonzeption mit ihrer Hochschätzung von Spiel und Sport hat nicht nur für den 1920 gegründeten katholischen Sportverband "Deutsche Jugendkraft" wichtige Impulse gegeben, sondern auch für die grundsätzliche und positive Wertung von Spiel und Sport im katholischen Bereich. Zu nennen ist hier natürlich vor allem Carl MOSTERTS, der erste Generalpräses der DJK, aber auch Philipp KÜBLE.

Beide haben in ihren Aufsätzen und Büchern auf Erlebnisse und Erfahrungen ihrer Feldkircher Jahre zurückgegriffen. Bezeichnend dafür sind eine Reihe von Formulierungen im frühen Schrifttum der DJK, die ihren Feldkircher Ursprung kaum verleugnen können, z. B. die Begriffe "Spar-

 


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tanismus", "Jugendkraft" u. a. Auch der (gescheiterte) Versuch der DJK, auf eigentliche Schiedsrichter beim Fußball zu verzichten, geht mit Sicherheit auf KÜBLE zurück bzw. auf die Feldkircher Praxis, die den beiden gewählten Spielführern diese Aufgabe zuwies (vgl. PREISLER 2002, S. 40).
    Nicht zuletzt erinnert der Untertitel des Verbandsorgans der DJK: "Zeitschrift für willenstärkende Leibesübungen und vernunftgemäße Gesundheitspflege" an den Titel des von KÜBLE ins Deutsche übersetzten Buches von W. J. LOCKINGTON "Durch Körperbildung zur Geisteskraft".

Ein möglicher Einfluss der Erziehungskonzeption der "Stella Matutina" könnte die "Exklusivität" sein, die in den Anfangsjahren dem katholischen Sportverband eigen war: die Ablehnung einer Teilnahme am allgemeinen Sportverkehr bzw. die Etablierung eines eigenständigen Sportbetriebs. Natürlich spielen hier die Bedenken gegenüber der Gefahr einer "Ansteckung" durch den "Amerikanismus" im Sport eine Rolle und damit der Gedanke, eine Art "Schutzzone" für die Jugendlichen errichten zu können. Jedenfalls sind in diesem Sinn viele Äußerungen aus dem kirchlichen Bereich, etwa von Bischöfen, und aus den Reihen der DJK in den Jahren 1920 bis 1933 zu verstehen.

Für Carl MOSTERTS, einem "der treuesten und tüchtigsten Söhne der Stella Matutina" (so Paul STRÄTER: FS 2, S. 178), ist die körperliche Ertüchtigung "hineingestellt in das Gesamtziel des Menschen"; die Leibesübungen sind für ihn "bedeutsame Mittel zur Förderung körperlicher Gesundheit und Kraft, zur Pflege edler Erholung und Freude und auch zur Schärfung des Geistes und Stählung des Willens... Wo nicht grundsätzlich der Mensch das Ziel und dessen Seele das Maß der Leibesübungen ist, sondern die Überwindung des bisherigen Weltmeisters, da nützt kein Haltrufen, weil es kein Ziel gibt.
    Unsere Sportbewegung kann nur dann dem Amerikanismus entgehen und ein deutsches vergeistigtes und vergeistigendes Gepräge bekommen, wenn der Erziehungsgedanke nicht nur Anhängsel, sondern Ausgang und Zielgedanke wird und in ihm die Seele, der Geist Führer bleibt." (DJK-Zeitschrift 1926, S. 294) Es gehe dabei nicht um eine "intellektualistisch-voluntaristische Einstellung"; vielmehr gehe es um die

 


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Erweckung von "Lebenskraft und Lebensfreude". Gerade der junge Mensch dürste nach Lebensfreude (vgl. Äußerungen von MOSTERTS bei SÖLL, 1960, S. 29-38). "Freude ist eine Lebenskraft, ohne die kein Mensch, vor allem kein junger Mensch, lebensfrisch und lebensstark bleibt." (SÖLL, 1960, S. 40)

 

VII. Schlussbetrachtung

Hält man sich die vorhandenen Berichte über die mannigfachen Spiele und die sportlichen Aktivitäten in der "Stella Matutina" vor Augen, dann ist man sowohl über den enormen zeitlichen Umfang, der diesen Übungen eingeräumt war, als auch über deren Vielfalt erstaunt. Nicht zuletzt ist man überrascht über die Pflege des Bergwanderns in einer Zeit, in der weder der Berg-Tourismus noch das eigentliche Bergsteigen eine nennenswerte Bedeutung hatten.

Die Gründe, warum man in diesem Umfang am Spiel und an den vielerlei sportlichen Aktivitäten von Anfang an festgehalten hat, liegen in der Erziehungsauffassung des Kollegs. P. Karl SCHÄFFER, der langjährige Verantwortliche für die Internatserziehung, fasst m. E. kurz und prägnant diese Konzeption zusammen: "In der Kapelle sollt ihr beten, im Studium sollt ihr arbeiten und auf dem Spielplatz spielen!" (STELLA, 1931, S. 751)
    Dieser Grundsatz lässt auch die sonst an vielen Stellen genannten "Gründe" für den breiten Raum von Spiel und Sport als "Rationalisierungen" sekundärer Art erkennen. Spiel und Sport stellen ja ein "Tätigsein aus innerstem Bedürfnis, aus dem Impetus des Lebendigen" dar (BAMBERG 1984, S. 17); und deshalb werden sie begleitet von einer elementaren Freude an solchen Übungen.

Man könnte sogar sagen, dass die anderen immer wieder genannten "Erziehungsziele" nur die "Früchte" des Wohlbefindens der jungen Menschen sind; mit den Worten eines Rektors der "Stella Matutina" heißt dies: "Echte Religiösität und treue Pflichterfüllung kann... zumal bei der

 


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Jugend nur gedeihen im Sonnenlicht des Frohsinns. Darum ist mit reicher Gelegenheit für Jugendspiele und maßvollen Sport die Stella der neuen Bewegung in der Jugenderziehung um Jahrzehnte vorausgeeilt und widmet täglich mehrere Stunden dem frisch-frohen Spiel, das mit körperlicher Ertüchtigung und Abhärtung zugleich Gewandtheit und kameradschaftlichen Sinn erzielt." (FS 2, S. 7)

 


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