Lesejahr C
Fastenzeit

1. Fastensonntag

2. Fastensonntag

3. Fastensonntag

4. Fastensonntag

5. Fastensonntag

Palmsonntag

Gründonnerstag

 

 

1. Fastensonntag: "Wen oder was beten wir an?"

Einführung

Die österliche Bußzeit, die am Aschermittwoch begonnen hat, stellt uns vor die Frage, was uns im Leben wichtig ist. Ist es nur das tägliche Brot? Ist es die Genugtuung, beachtet und bewundert zu werden? Ist es der Einfluss und die Macht, die wir ausüben? Im Evangelium hören wir das Wort Jesu: "Nicht nur von Brot lebt der Mensch, sondern von jedem Wort aus Gottes Mund." Ist Gottes Wort für uns das lebengewährende Brot? Gründen wir in diesem Wort? Gründen wir in dem, der dieses Wort spricht? Besinnen wir uns zu Beginn dieser Eucharistiefeier! Bitten wir den Herrn um Vergebung für allen Unglauben, für alles Abweichen von seinem Wort!

    Herr Jesus Christus, du sagst uns: Nicht nur von Brot lebt der Mensch
    - Herr, erbarme dich!
    Du sagst uns: Vor dem Herrn, deinem Gott, sollst du dich niederwerfen und ihm allein dienen
    - Christus, erbarme dich!
    Du sagst uns: Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht auf die Probe stellen
    - Herr, erbarme dich!

Der allmächtige Gott erbarme sich unser! Er lasse uns die Sünden nach und führe uns zum ewigen Leben! Amen.

Fürbitten

Lasset uns voll Vertrauen beten zu unserem Herrn Jesus Christus, der sich uns als Gottes Sohn offenbart hat, und der uns ruft, ihm und seinem Wort im Glauben nachzufolgen:

  • Du hast vierzig Tage in der Wüste gefastet und den Versuchungen des Bösen widerstanden: Hilf deiner Kirche, das Böse zu überwinden!
  • Du hast Hungernde gespeist und Kranke geheilt: Mach uns bereit, den Armen und Notleidenden zu helfen!
  • Du hast Tote zum Leben erweckt: Führe die Sünder zurück zum Leben der Gnade!
  • Du rufst auch in unserer Zeit Männer und Frauen auf den Weg der Armut, der Ehelosigkeit und des Gehorsams: Gib, dass sie dir bereitwillig folgen!
  • Du hast alle Menschen zum himmlischen Mahl geladen: Sättige unsere Verstorbenen an deinem Tisch!

Mit diesen Bitten kommen wir zu dir, unserem Herrn und Heiland. Erhöre, um was wir dich bitten, der du lebst und herrschst in Ewigkeit. Amen.

Predigt

Die Erzählung von der Versuchung Jesu weist uns auf Gefahren hin, die uns alle betreffen. Diese Versuchung durch Satan soll Jesus nämlich sich selbst und seiner Sendung durch den himmlischen Vater untreu werden lassen. Er soll seinem Leben eine andere Richtung geben, als sie ihm vorgezeichnet ist; als er sie für sich gewählt hat: "Siehe, ich komme; deinen Willen zu erfüllen!" Die drei Versuchungen sollen Jesus veranlassen, den Lebensunterhalt, den Lebensgenuss und die Macht zu vergötzen, sie über Gott zu stellen. Wenn wir in die Geschichte der Menschheit schauen, in die Geschichte auch der Kirche, erst recht in unser eigenes Leben, dann stellen wir mit Erschrecken fest, dass diese Gefahr für uns eine ganz reale Möglichkeit ist; etwas, das von uns immer wieder getan wird. Dieses Tun aber, etwas über Gott, dem wir alles verdanken, zu stellen, nennen wir "Sünde". Über die Sünde wollen wir uns heute einige Gedanken machen.

Wenn man einmal nach den Vorstellungen fragt, die die Leute im allgemeinen von der Sünde haben, so begegnen wir merkwürdigen Missverständnissen, aber auch "Entschuldigungen". Von vielen wird die Sünde angesehen als ein unsachgemäßes Handeln, als Irrtum oder als ein Misserfolg; wenn man es besser gewusst hätte, dann hätte man den Fehler selbstverständlich vermieden. Oder man sieht in der Sünde die Übertretung von irgendwelchen Paragraphen einer Ordnung, die von einem weltenfernen Gott irgendwann einmal aufgestellt worden ist, und über der dieser Gott eifersüchtig wacht und mit entsprechenden Strafen dafür sorgt, dass sie auch eingehalten wird. Die einzige Frage, die dieser Auffassung dann entspricht, ist die: Wie stelle ich es an, mit diesen Paragraphen nicht in Konflikt zu geraten? Andere sehen in der Sünde ein unausweichliches Geschick, dem man sich nicht entziehen kann; die Disharmonie zwischen Ideal und Wirklichkeit: "Der ich bin, grüßt trauernd den, der ich könnte sein." (Fr. Nietzsche) Aber nicht nur dieser Entschuldigung begegnen wir, sondern heute besonders einer anderen. Wer beruft sich heute nicht auf sein eigenes Gewissen oder auf das Tun der vielen anderen Zeitgenossen? Nun, die persönliche Gewissensüberzeugung ist überaus wichtig. Aber sie ist kein persönliches Orakel; sie ist vielmehr gebunden an objektive Gegebenheiten. Sonst hätte Hitler ja doch Recht gehabt und die Vielen, die ihn gewählt, die ihm gedient haben.

Wenn wir einmal in die Heilige Schrift schauen, auch in den Bericht des Evangeliums heute, dann spüren wir sofort, dass die Sünde mehr ist als ein unsachgemäßes Handeln; mehr ist als eine Blamage, die wir uns durch unser Verhalten von anderen eingehandelt haben; mehr ist auch als die Übertretung einer unpersönlichen Ordnung, was Gott einem dann merkwürdigerweise verübelt. Sie lässt sich auch nicht erklären aus einem bösen Geschick oder entschuldigen mit Berufung auf die eigene Überzeugung. Sünde ist mehr als all das.

Sünde ist die freie und radikale Entscheidung des Menschen gegen den persönlichen Gott. Der Mensch wendet sich von Gott ab, dem er alles verdankt; und er sucht sein Heil, sein Glück im Endlichen. Er gibt seinem Leben einen anderen Sinn, als er ihm vorgegeben ist. Er gibt seinem Leben eine Richtung nicht auf Gott, sondern auf irgendeinen Wert außerhalb Gottes. Der Mensch will sich radikal im Endlichen behaupten. Er getraut sich nicht, die Grundentscheidung des Glaubens (Gott als sein Heil und sein Ziel zu bejahen) durchzuhalten - aus Angst, es würde ihm ein irdischer, ein endlicher Wert entgehen. Der Mensch will es billiger haben, näher, übersichtlicher, greifbarer. Er will, dass der erstrebte Wert ihm nicht nur in der Hoffnung, im Glauben gegeben ist, sondern er will einen Wert, den er greifen und genießen, den er gebrauchen und verbrauchen kann. Und mit diesem Tun, mit dieser Sinngebung auf etwas Endliches, mit dieser neuen Lebensrichtung ist notwendig eine Abkehr von Gott gegeben, von seiner Macht und von seiner Liebe. Wir erklären, dass der Satz: "Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben und ihm allein dienen!" für uns nicht gültig ist. Wir wählen uns andere Götter, die wir verehren und anbeten, denen wir dienen.

Wenn wir das Wesen der Sünde in der Entscheidung gegen Gott sehen (dass wir Gott nicht mehr ernstnehmen als die Mitte unseres Lebens), dann ist uns sofort verständlich, was mit der Unterscheidung "schwere und leichte Schuld bzw. Sünde" gemeint ist. "Schwere Schuld" meint die totale Entscheidung gegen Gott, die klare und gewollte Lebensrichtung gegen Gott oder an Gott vorbei hin auf einen anderen Wert; wenn der Mensch also mit Gott nicht mehr als einem, als dem entscheidenden Faktor seines Lebens rechnet; wenn Gott für ihn Luft ist. Und "leichte Schuld" meint das teilweise Zurücknehmen des Ja zu Gott, das der Mensch in seiner Glaubensentscheidung gesprochen hat. Es ist der Vorbehalt gegenüber dem Anspruch Gottes. Freilich hat auch das seine Bedeutung und Tragweite. Wir können uns immer weiter von Gott entfernen. Wir leisten uns zwar keinen "dicken Hund"; Gott aber wird an den Rand gerückt oder ganz aus dem Blickfeld. Es wird uns aber auch noch eine zweite Unterscheidung verständlich. Wir müssen einen Unterschied machen zwischen der Bejahung einer falschen Lebensrichtung und zwischen der einzelnen sündigen Tat. Die einzelne sündige Tat mindert auf jeden Fall das sittliche Niveau; sie muss aber noch nicht in jedem Fall eine neue Lebensrichtung zur Folge haben.

Diese anscheinend theoretische Erörterung ("Was ist eigentlich Sünde?") darf uns jedoch nicht von der konkreten Frage nach der Sünde in unserem Leben abhalten. Welche Richtung geben wir eigentlich unserem Leben? An dieser Frage dürfen wir uns nicht vorbeidrücken. Dabei kann uns das heutige Evangelium einige Hilfen geben. Die Geschichte von der dreifachen Versuchung Jesu macht uns nämlich aufmerksam auf die Gefahr, unserem Leben eine falsche Richtung zu geben. Wir alle sind in der Gefahr, das Brot, den Sexus, die Macht anzubeten; diese Gegebenheiten als die eigentlichen Motoren der Welt und unseres eigenen Lebens zu bejahen. Ich brauche nicht auf die Gefährdung durch die Vergötzung von Sexus und Eros einzugehen. Wer seine Augen auftut, für den ist das eine Realität. Ich will auch nicht von der Gefahr sprechen, wo einer den Lebensunterhalt, den Besitz, den Profit und den Gewinn als seinen Lebensinhalt ansieht. Auch hier, so meine ich, lässt sich die Gefährdung nicht übersehen - bei uns selbst! Nur ein paar Hinweise auf die dritte Gefahr, nämlich die Macht anzubeten. Nicht die politische Macht! Sondern die Macht, die wir immer wieder über andere Menschen in unserer Umgebung auszuüben suchen. Wo haben wir andere ausgenützt, vor den eigenen Wagen gespannt? Sind uns viele nicht nur deswegen interessant, wenn und solange sie vor unserem Wagen laufen? Wie viele lassen wir einfach nicht gelten! Wie viele werden von uns mundtot gemacht! Wie viele zwingen wir, unsere Meinung anzunehmen, sie anzubeten; ja, uns selbst anzubeten! Und das alles unter dem Deckmantel der Wohltat, die wir den anderen erweisen. Es gibt Leute, die das letzte Hemd weggeben, die uns den letzten Pfennig geben, wenn wir niederfallen und sie anbeten. Gehören wir zu diesen Leuten?

Wenn wir in unser Leben einmal hineinschauen, dann erkennen wir diese Gefahren. Dann geht uns auf, wie wir unserem Leben eine Richtung geben weg vom Eigentlichen. Und genau in diesem Punkt hat unser Mühen einzusetzen: dass wir uns wieder der wahren Sinnrichtung unseres Lebens bewusst werden; und dass wir so etwas vollziehen wie eine Wende unseres Lebens, indem wir uns selbst, irgendwelche Dinge oder auch Menschen aus der Mitte rücken; indem wir Gott, indem wir Jesus Christus den Platz zuerkennen, der ihm und nur ihm zukommt.

 

2. Fastensonntag: "Bekehrung zur Liebe"

Einführung

Vom heutigen Evangelium, der Verklärung des Herrn auf dem Berg, geht ein Licht aus, das uns die österliche Bußzeit besser verstehen lässt. Aller Verzicht, jegliches Opfer, zu dem der Christ bereit sein soll, gründet letztlich in einer frohmachenden Wirklichkeit. Nicht die Negation ist das Erste und Letzte unseres Christseins, sondern die Hinwendung zu etwas Schönem und Gutem, zu dem Guten schlechthin, zu Gott, der sich uns offenbart hat in Jesus Christus. Wir wollen uns darauf wieder besinnen, dass wir einem Herrn dienen, der uns begeistern kann; und wir wollen ihn bitten, der uns in seine Nachfolge gerufen hat, Nachtsicht und Erbarmen mit unseren Schwächen und Sünden zu haben.

    Herr Jesus Christus, du hast den Jüngern auf dem Berg deine Herrlichkeit offenbart
    - Herr, erbarme dich!
    Du hast dich ihnen offenbart als das Licht und das Heil der Welt
    - Christus, erbarme dich!
    Du hast auch uns berufen zur Herrlichkeit des neuen Lebens mit dir
    - Herr, erbarme dich!

Der allmächtige Gott erbarme sich unser! Er lasse uns die Sünden nach und führe uns zum ewigen Leben! Amen.

Fürbitten

Lasset und voll Vertrauen zu unserem Herrn Jesus Christus beten, der seine Herrlichkeit den Jüngern offenbart und auch uns in seine Nachfolge gerufen hat:

  • Du nahmst deine Jünger mit auf den Berg, um zu beten: Schenke uns im Gebet die Kraft, für dein Reich zu wirken!
  • Du wurdest vor den Augen deiner Jünger verklärt: Lass uns nie vergessen, dass du auch uns zur Seligkeit bei dir berufen hast!
  • Mose und Elia sprachen mit dir über dein Leiden und Sterben: Schenke uns Mut und Kraft auf unserem Lebensweg, auch wenn Kreuz und Leid uns begegnen!
  • Eine Stimme vom Himmel offenbarte dich als Gottes auserwählten Sohn: Festige unseren Glauben an dich, unseren Herrn und Erlöser!
  • Du willst, dass alle einmal dich in deiner Herrlichkeit schauen: Schenke unseren Verstorbenen Leben und Freude in Fülle!

Herr, Jesus Christus, du hast uns einen Blick tun lassen in deine göttliche Herrlichkeit. In dir ist Licht, Erlösung und Heil. Auf dich schauen wir. Dich preisen wir jetzt und alle Tage unseres Lebens. Amen.

Predigt

Wenn wir die Ausdrücke "Fasten", "Fastenzeit" oder "österliche Bußzeit" hören, dann spüren wir alle ein leises Unbehagen; nicht deswegen, weil wir einfach dagegen wären. Aber diese Vokabeln klingen uns reichlich negativ; sie scheinen uns auch wenig hilfreich zu sein. Außerdem riechen sie etwas danach, als ob die Kirche den Menschen die Freude und den Spaß nicht gönnen würde; sie riechen uns nach einer Entwertung, ja nach einer Verachtung der weltlichen, der leiblichen Wirklichkeit überhaupt. Und in der Tat: die österliche Bußzeit ist in dieser Weise oft missverstanden worden. Aber wie können wir dann diese Zeit in der richtigen Weise verstehen? Vor allem: Was meint diese Zeit denn positiv? Mit der Negation von irgendetwas allein, und sei dies auch die Sünde, ist es ja noch nicht getan. Wir brauchen Ideale, für die wir uns begeistern; wir brauchen nicht in erster Linie Anti-Ideale, die wir bekämpfen.

Letztlich geht es in dieser österlichen Bußzeit - wie auch sonst immer im Leben des Christen - um das Hauptgebot der Liebe: dass wir wieder ernst damit machen, Gott über alles zu lieben und unseren Nächsten wie uns selbst. Negativ bedeutet dies, dass wir angehen gegen unsere Egozentrik, gegen unseren angeborenen Egoismus, der uns ja aus all unserem Tun entgegen blickt. Der Egoismus stirbt ja bekanntlich erst zwei Stunden nach unserem Tod! Es geht also um unser Bemühen, die Kultivierung des eigenen Ich nicht zur Mitte des Lebens zu machen. Es geht darüber hinaus um den Dienst für Gott und für den Nächsten; es geht um die Liebe; es geht um die Gerechtigkeit. All das ist uns aufgetragen, und zwar als bleibende Aufgabe, als Lebensaufgabe.

Die Liebe also, um die wir uns bemühen sollen, verlangt von uns, dass wir versuchen, so zu lieben, wie Gott den Menschen liebt: "Seid vollkommen, wie auch euer himmlischer Vater vollkommen ist." Dieses Wort Jesu gilt auch in Bezug auf unsere Liebe. Und Gott liebt uns nicht deswegen, weil wir besonders gut, besonders tugendhaft, besonders würdig sind; er liebt uns auch nicht deswegen, weil wir ihm etwa nützlich oder gar nötig wären. Gott liebt uns nicht, weil wir gut sind, sondern weil er gut ist. Haben wir eigentlich schon diese Tatsache bedacht? Gott liebt uns, obwohl wir ihm nichts zu bieten haben. Der heilige Paulus spricht es einmal so aus: "Gott hat uns geliebt, als wir noch Sünder waren." Gott liebt uns selbst noch in den Lumpengewändern des verlorenen Sohnes, der so gar nichts Liebenswürdiges mehr an sich hat. Wenn diese Liebe Gottes für uns und unsere Liebe maßgebend sein soll, dann bedeutet dies doch für uns: diesen von ihm gewiesenen Weg nachzugehen. Dann bedeutet dies: dass wir nicht nur die lieben, die uns sympathisch sind; die uns gefallen; die zu uns passen. Und erst recht nicht nur diejenigen, die uns etwas zu bieten haben oder von denen wir einen Vorteil zu erhoffen haben. Im Sinne Christi lieben bedeutet: dass wir gut sind zu jedem, der unsere Güte braucht, auch wenn er uns nicht sympathisch ist; dass wir gut sind selbst zu dem, der unser Feind ist.

Wenn wir dies tun, wenn wir uns auf diesen Weg Jesu einlassen, dann vollziehen wir so etwas wie eine kopernikanische Wende unseres Lebens. Denn in einem gewissen Sinn leben wir alle sozusagen noch vor Kopernikus. Nicht nur, dass wir dem Augenschein nach meinen, dass die Sonne auf- und untergeht und sich um die Erde dreht; sondern in einem viel tieferen Sinn. Denn wir alle tragen doch die angeborene Illusion mit uns zu meinen, das eigene Ich, wir selbst seien der Nabel, der Mittelpunkt der Welt, um den sich die Welt und die anderen Menschen zu drehen hätten. Wir alle ertappen uns doch immer wieder dabei, dass wir die anderen Dinge und Menschen nur in Beziehung zum eigenen Ich sehen; sie gleichsam als Satelliten betrachten, die sich um die Mitte unseres Ich herum drehen, herum zu drehen haben. Christ sein, Christ werden ist nach dem Gesagten also etwas sehr Einfaches, aber auch etwas ganz und gar Umwälzendes, etwas "Revolutionäres". Es ist genau dies, dass wir eine Umkehr unserer selbst, dass wir eine kopernikanische Wende vollziehen; dass wir uns nicht mehr als den Nabel der Welt, als den Weltenmittelpunkt betrachten, um den die anderen sich zu drehen haben. Vielmehr fangen wir damit an, im vollen Ernst zu bejahen, dass wir eines von vielen Geschöpfen sind, die gemeinsam als Brüder und Schwestern sich um Gott als um die Mitte ihres Lebens bewegen.

Ich meine, dies sei der positive Gehalt, dies sei das, was die österliche Bußzeit uns zu sagen hat. Machen wir wieder ernst damit, die Liebe zum Nächsten und zu Gott zu üben; ihn über alles zu lieben und den Nächsten wie uns selbst; unser Ich hintanzusetzen, ohne uns zu verlieren. Und lassen wir uns anspornen durch den, der uns diese Liebe und Güte vorgelebt hat: Jesus Christus! Sein Kreuz, sein ganzes Leben ist Zeichen und Unterpfand dieser Liebe ohne Maß und ohne Grenzen.

Ich möchte schließen mit einer der chassidischen Geschichten, die Martin Buber gesammelt hat. In ihr heißt es: "Was wirkliche Liebe ist, das ist mir am Gespräch zweier Landleute aufgegangen: Freund Iwan, liebst du mich? - Natürlich, du weißt doch, dass ich dich liebe. - Weißt du auch, Freund Iwan, was mir weh tut? - Wie kann ich wissen, was dir weh tut? - Freund Iwan, wenn du nicht weißt, was mir weh tut, wie kannst du sagen, dass du mich liebst? - Liebe also heißt: Wissen, was dem anderen weh tut." Bemühen wir uns um dieses Wissen, was dem anderen weh tut, was ihn bedrückt, was ihm Sorgen bereitet, womit er nicht fertig wird? Bemühen wir uns um die Behutsamkeit im Umgang mit dem Nächsten, mit denen, die wir gern haben? Und haben wir Respekt vor ihnen, Ehrfurcht? Lassen wir uns von Gott, der die Liebe ist, und lassen wir uns von Jesus Christus, der sich für uns hingegeben hat, den Weg, die Richtung weisen für unser Leben, für unser Tun - gerade in den Tagen der österlichen Bußzeit!

 

3. Fastensonntag: "Besinnung auf die Mitte"

Einführung

Die vierzig Tage der Fastenzeit - im christlichen Verständnis - sind weniger eine Zeit, in der wir weniger essen sollen. Dann wäre es besser, eine Kur zu machen. In der Fastenzeit geht es darum, dass wir wieder an Gott denken; dass wir uns selbst aus der Mitte aller Sorgen und Bemühungen rücken. Wir sollen um den Herrn besorgt sein; an ihn denken; seine Weisungen in unserem Denken und Handeln lebendig werden lassen. Was bedeutet er für uns? Welchen Stellenwert geben wir ihm in unserem Leben? Darauf wollen wir uns besinnen zu Beginn dieser Eucharistiefeier; und wir wollen ihn um sein Erbarmen, aber auch um seine Hilfe anrufen.

    Herr Jesus Christus, du hast uns die Liebe und Güte Gottes offenbart
    - Herr, erbarme dich!
    Du rufst uns alle zu Besinnung und Bekehrung
    - Christus, erbarme dich!
    Du gibst uns die Kraft, aus dem Glauben zu leben und Frucht zu bringen
    - Herr, erbarme dich!

Es erbarme sich unser der allmächtige Gott! Er lasse uns die Sünden nach und führe uns zum ewigen Leben! Amen.

Fürbitten

Herr Jesus Christus, du hast uns Gott offenbart als unseren guten Vater, der unser Glück und unser Heil will. Voll Vertrauen kommen wir darum mit unseren Bitten zu dir:

  • Für die Kirche, die Gemeinschaft der Glaubenden: dass sie die Frohe Botschaft von Gottes Güte und Erbarmen unbeirrt verkündet!
  • Für die Einflussreichen in Welt und Gesellschaft: dass sie sich um Frieden und Gerechtigkeit für alle bemühen!
  • Für uns alle, die wir den Glauben leben wollen: dass wir uns unserer Schwächen bewusst sind und uns um die Umkehr bemühen!
  • Für unsere Verstorbenen: dass sie bei dir Glück, Frieden und Heimat für immer finden!

Herr Jesus Christus, auf dein Wort und auf deine Treue dürfen wir hoffen und vertrauen. Dafür danken wir dir jetzt und alle Tage unseres Lebens. Amen.

Predigt

Als Kinder haben wir gelernt, von Gott als dem "lieben Gott" zu sprechen. Wir tun es auch heute noch, und dies durchaus zu Recht. Allerdings verursacht dieses Reden und diese Vorstellung vom "lieben Gott" auch mancherlei Zweifel. Denn wenn wir uns die Geschichte der Menschheit anschauen; ja, auch wenn wir in unser eigenes Leben schauen, dann fällt es uns nicht immer leicht, an diese Liebe Gottes, an den "lieben Gott" zu glauben. So "lieb" scheint er doch oft nicht zu sein. Wie kann Gott so mancherlei Leid, Unglück und Unrecht zulassen? Da hilft uns auch der Hinweis auf die Schuld der Menschheit und auf unsere eigenen Sünden nicht sehr weit; vielleicht nicht einmal der Blick auf das Kreuz unseres Herrn und Erlösers Jesus Christus. Ja, so wird oft gefragt: Offenbart das Kreuz nicht einen grausamen, einen schrecklichen Gott, der nicht einmal seinen eigenen Sohn geschont hat? Jedenfalls, warum macht Gott es uns so schwer, an seine Liebe und Güte, an sein Erbarmen zu glauben?

Dass diese Fragen nicht erst von uns heute gestellt werden, sondern zu allen Zeiten die Menschen tief bewegt haben, zeigt uns das heutige Evangelium. Die Leute, die zu Jesus kommen, um ihm von dem blutigen Zwischenfall mit den Galiläern zu berichten, waren betroffen. Denn offensichtlich war ihre Vorstellung vom Zusammenhang zwischen der persönlichen Schuld eines Menschen und seinem Schicksal nicht in Einklang zu bringen mit der Tatsache, dass hier nicht irgendwelche Bösewichter ihre "gerechte Strafe" erleiden, sondern ausgerechnet fromme Menschen; Menschen, die während der Erfüllung ihrer religiösen Pflichten niedergemacht werden. Das Schicksal dieser doch offensichtlich unschuldigen Galiläer, aber auch das der achtzehn Leute, die beim Einsturz eines Turms in Jerusalem ums Leben gekommen sind, lässt sich für sie einfach nicht vom jüdischen Vergeltungsdenken her erklären. Für dieses Vergeltungsdenken sind Leid und Unglück nur zu verstehen als die gerechte Strafe Gottes für eine Schuld vor Gott. Und wenn diese Schuld nicht erkennbar ist, dann ist es eben eine geheime Schuld gewesen, die das Unglück heraufbeschworen hat. Wer von harten Schicksalsschlägen getroffen wird, der bekommt damit nach der weitverbreiteten jüdischen Auffassung nur den "Lohn" für seine Schlechtigkeit. Selbst Jesu Jünger haben diese Auffassung. Bei der Begegnung mit dem Blindgeborenen fragen sie: "Meister, wer hat gesündigt, dieser oder seine Eltern, dass er blind geboren wurde?" (Joh. 9)

Jesus verneint hier, aber auch sonst diesen Zusammenhang zwischen Schuld und Schicksal. Seine Antwort läuft allerdings nicht auf eine Unschuldserklärung der Toten hinaus, sondern auf eine Mahnung für seine Zuhörer: "Meint ihr, dass nur diese Galiläer große Sünder waren, weil das mit ihnen geschehen ist, alle anderen Galiläer aber nicht? Nein, ich sage euch: Wenn ihr euch nicht bekehrt, werdet ihr alle genau so umkommen." Und mit diesem Satz klingt an, was Jesus in seiner ganzen Predigt immer wieder ausspricht: Der Mensch, wir alle bedürfen, um Gott zu gefallen; besser: um dem Willen Gottes zu entsprechen, der Bekehrung, des Umdenkens, der Umorientierung des ganzen Lebens. Gott und nur er hat unser Denken und Handeln zu bestimmen, nicht irgendetwas anderes. Selbst wenn wir nicht etwas abgrundtief Schlechtes tun, so können wir uns doch von Gottes Wegen entfernen, können wir ihn aus den Augen verlieren, können wir ihn vergessen. Die eigentliche Schuld des Menschen ist also seine gewollte oder zugelassene Gottferne: wenn er mit Gott nichts mehr zu tun haben will. Und diese Gottferne ist nicht immer nur die Folge einer erkennbaren und benennbaren schweren Verfehlung. Das vergessen wir leider allzu oft.

Diesen Ruf zur Buße, zum Umdenken unterstreicht das kleine Gleichnis, das Jesus seinen Jüngern erzählt. Dabei ist zu beachten, dass das Bild vom unfruchtbaren Feigenbaum seinen Zuhörern vom Alten Testament her vertraut war. Dort ist der unfruchtbare Feigenbaum ein Bild für das Volk Israel. So heißt es beim Propheten Jeremia: "Will ich Lese halten bei ihnen, so spricht Gott, so sind keine Trauben am Weinstock, keine Feigen am Feigenbaum, und das Laub ist welk." (Jer. 8, 13) Aber nicht nur vom Alten Testament her war das Bild vom unfruchtbaren Feigenbaum bekannt. Es gibt eine zeitgenössische Volkserzählung, an die sich Jesus wahrscheinlich angelehnt hat. Sie lautet: "Mein Sohn, du bist wie ein Baum, der keine Früchte brachte, obwohl er beim Wasser stand. Und sein Herrn war genötigt, ihn abzuhauen. Er aber sagte zu ihm: Verpflanze mich, und wenn ich dann keine Frucht bringe, so haue mich ab! Sein Herr aber sagte jedoch: Als du am Wasser standest, da brachtest du keine Frucht. Wie willst du Frucht bringen, wenn du an anderer Stelle stehst?"

Jesus hat offensichtlich diese Volkserzählung gekannt und benützt. In der Art und Weise jedoch, wie er sie abändert, erschließt sich uns die Lehre, die er geben will. Jesus ändert nämlich den Schluss der Geschichte. Die Bitte des Winzers wird im Gleichnis nicht abgelehnt, sondern gewährt: er soll noch ein ganzes Jahr lang etwas Ungewöhnliches tun: den Feigenbaum düngen und damit das Letztmögliche versuchen. Die Geschichte ist aber auch insofern geändert, als Jesus den fürbittenden Winzer einführt. Man darf - so meine ich - fragen, ob sich hinter dieser Gestalt, die den Aufschub des Strafgerichts erwirkt, nicht Jesus selbst verbirgt. Wenn das der Fall ist, dann wird damit der Sinn des Gleichnisses deutlich. Gottes Barmherzigkeit gegenüber dem Sünder geht so weit, dass er sogar den schon gefassten Entschluss zum Strafen aufhebt. Allerdings, die Gnadenfrist, die Gott nochmals gewährt, ist die unwiderruflich letzte Frist. Gottes Geduld ist erschöpft, wenn die von ihm gewährte Zeit der Buße ungenützt verstreicht.

Diese Lehre des Gleichnisses aber gilt nicht nur für die, denen Jesus das Gleichnis erzählt hat, also für die Pharisäer, für die, die ihn ablehnen. Diese Lehre gilt auch nicht nur für die Christen der ersten Stunde, denen das Gleichnis den Ernst des Christseins verdeutlichen will. Diese Lehre gilt auch für uns heute. Gottes Barmherzigkeit - davon sind wir überzeugt - wurde uns zuteil; ja, sie wird uns immer wieder zuteil - uns, die wir Gott und sein Gebot so oft aus den Augen verlieren; die wir an ihm vorbeileben. Wir sollten daran denken, dass wir die von ihm gewährte Frist des Umdenkens, der Hinwendung zum Herrn, zum einen Notwendigen nicht ungenützt verstreichen lassen. Um dieses eine Notwendige, um den Herrn und seinen Willen sollen wir uns mühen - nicht im Sinne einer Selbstgerechtigkeit, als ob wir aus Eigenem, aus eigener Kraft das Heil erlangen könnten; sondern in dem Sinn, dass wir uns ehrliche Mühe geben, Gott, Jesus Christus in die Mitte unseres Lebens zu rücken; oder mit den Worten der heutigen Lesung: in Gott, in Jesus Christus den zu sehen, der allein da ist; der immer für uns da ist; der allein unser Halt sein kann. Gottes Dasein für uns, das in Jesus Christus seinen endgültigen Ausdruck gefunden hat, sollten wir als den Grund unseres Lebens ansehen: dass wir unserseits ganz für ihn da sind. Im Maße, wie uns dies gelingt, werden wir hinter allem, was uns begegnet, auch hinter allem Schweren, das uns trifft, nicht das Antlitz einer grausamen und rachsüchtigen Bestie, eines Molochs, der seine eigenen Kinder frisst, sondern das liebevolle, das erbarmende Wirken Gottes wahrnehmen. Gott liebt uns, auch wenn wir immer wieder Schuld auf uns laden. Er geht uns nach; das hat er uns in Jesus Christus gezeigt. Allerdings, er ruft uns zur Umkehr; zur Heimkehr zu ihm.

 

4. Fastensonntag: "Heimkehr zum Vater"

Einführung

Die österliche Bußzeit führt uns zu einer Selbstbesinnung, und zwar darüber, was eigentlich in unserem Leben Bedeutung hat. Ist es Gott und Jesus Christus? Erwarten wir von ihm unser Heil und unser Glück? Oder richten wir unser Leben auf etwas anderes aus? Die falsche Lebensrichtung zu wählen, darin besteht das Wesen der Sünde. Es gilt, diesen falschen Kurs zu korrigieren - so wie der verlorene Sohn aus der Fremde den Weg zu seinem guten Vater zurückfindet. Wir wollen uns darum zu Beginn der Eucharistiefeier besinnen und unseren Herrn Jesus Christus um sein Erbarmen anrufen.

    Herr Jesus Christus, du nahmst dich der Verachteten und der Sünder an
    - Herr, erbarme dich!
    Du hast uns Gott offenbart als guten und liebenden Vater
    - Christus, erbarme dich!
    Du willst, dass wir Gottes Güte und Erbarmen in unserem Leben sichtbar werden lassen
    - Herr, erbarme dich!

Der allmächtige Gott erbarme sich unser! Er lasse uns die Sünden nach und führe uns zum ewigen Leben! Amen.

Fürbitten

Herr Jesus Christus, in deinem Tun und in deinen Worten hast du uns die unbegreifliche Liebe deines himmlischen Vaters offenbart. Darum kommen wir voll Vertrauen mit unseren Bitten zu dir:

  • Für die Kirche, die Gemeinschaft der Glaubenden: Mache sie zu einem Ort der Umkehr und Heimkehr, des Festes und der Freude!
  • Für die Gottfernen: Schicke ihnen Menschen, in denen sie Gottes Güte erfahren, und die sie ermutigen, zu dir zurückzukehren!
  • Für die Selbstgerechten: Öffne ihnen die Augen für ihr Versagen und ihre Herzenshärte!
  • Für uns alle: Hilf uns, damit Schuld und Vergebung uns zur größeren Liebe und Treue hinführen!

Barmherziger Gott, dein Vaterhaus steht allen offen, die zu dir zurückkehren. Wir danken dir für deine Liebe und Güte, die du uns immer wieder zuteil werden lässt in deinem Sohn Jesus Christus, der mit dir lebt und herrscht in Ewigkeit. Amen.

Predigt

In seinen Gleichnissen versucht Jesus, seinen Jüngern und seinen Zuhörern das Denken seines himmlischen Vaters verstehbar zu machen. Sie sollen spüren: So denkt Gott, und so denken die Menschen. Wandelt deshalb euer Denken um! Orientiert euch am Denken und am Verhalten Gottes! Nehmt an ihm Maß! Auch das Gleichnis, das wir eben gehört haben, will uns diesen Unterschied im Denken und im Tun Gottes und dem der Menschen klar machen. Damit ist aber auch von vornherein deutlich, dass unser Gleichnis einen ganz anderen Sinn hat als den der Erzählung von einem missratenen Jungen, der von daheim ausreißt und auf die schiefe Bahn gerät; der sich aber im letzten Moment fangen kann.

Der heilige Lukas stellt im 15. Kapitel seines Evangeliums das Verhalten des himmlischen Vaters dar, sein Erbarmen mit den Sündern: "Die Menge der Zöllner und Sünder suchte seine Nähe, um ihn zu hören. Da murrten die Pharisäer und Schriftgelehrten: Dieser nimmt Sünder auf und isst sogar mit ihnen." Diese Feststellung der Pharisäer ist nicht etwa Ausdruck der Verwunderung; sie ist eine Anklage gegen Jesus; er ist in ihren Augen ein unfrommer, ein gesetzlos handelnder Mensch. Mit ihm darf deshalb ein gläubiger Jude keinen Umgang haben. Diesen Kritikern gegenüber will Jesus seine Handlungsweise rechtfertigen. Er tut dies im Gleichnis vom verlorenen Sohn; besser: im Gleichnis vom barmherzigen Vater.

Die Geschichte beginnt damit, dass der jüngere Sohn von seinem Vater seinen Vermögensanteil fordert; er will also abgefunden werden. Er wandert aus. Aber in dem fremden Land bringt er schnell sein ganzes Vermögen durch in einem liderlichen Lebenswandel. Um nicht zu verhungern, verdingt er sich an einen reichen Mann. Er muss sich mit unreinen Tieren, mit Schweinen befassen; er kann den Sabbat nicht heiligen; er ist also aufs tiefste erniedrigt und gezwungen, seine Religion zu verleugnen. "Da kehrte er sich zu sich selber", d. h. er ging in sich. Er erinnert sich an das Glück und an den Reichtum des Vaterhauses. "Ich will mich sofort aufmachen" - nimmt er sich vor. Er will zu seinem Vater zurück, sich von ihm als Knecht aufnehmen lassen; denn er hat ja keinen Anspruch mehr auf das väterliche Vermögen, nicht einmal mehr auf Nahrung und Kleidung; beides will er sich verdienen.

Schon von weitem sieht ihn der Vater kommen. Da hält es den alten Mann nicht mehr; er beginnt zu laufen. Das ist für einen alten Orientalen ganz ungewöhnlich und unter seiner Würde. Er eilt dem Sohn entgegen; er fällt ihm um den Hals und küsst ihn. Der Kuss ist Zeichen der Vergebung. Der Sohn bittet um Verzeihung; aber der Vater lässt ihn nicht ausreden. Die letzten Worte: "Mach mich zu einem deiner Knechte!" bleiben unausgesprochen. Der Vater verwandelt diese unausgesprochen gebliebenen Worte in ihr Gegenteil; denn er behandelt den Heimgekehrten nicht wie einen Tagelöhner, sondern wie einen Ehrengast. Sein Sohn soll ein Festgewand erhalten. Sodann erhält er Ring und Schuhe. Die Übergabe des Ringes bedeutet Vollmachtübertragung. Schuhe waren im Orient Luxus. Nur der freie Mann trägt sie. Der Sohn soll also nicht wie ein Sklave barfuss laufen. Schließlich wird das Mastkalb geschlachtet; es wird ein Freudenfest gefeiert für Haus und Gesinde; der Sohn wird feierlich wieder in die Tischgemeinschaft aufgenommen. Er ist wieder als Kind angenommen. Das sollen alle zur Kenntnis nehmen; zugleich die Freude des alten Mannes: "Dieser mein Sohn war tot und bekam das Leben wieder; er war verloren und wurde wieder gefunden."

Die Geschichte könnte hier zu Ende sein. Aber sie geht weiter. Denn das Verhalten des älteren Bruders ist ebenso bedeutsam wie die verzeihende Liebe des Vaters. Als dieser erfährt, weswegen das Fest gefeiert wird, "da wurde er zornig und wollte nicht hineingehen". Der Vater geht hinaus und redet ihm gut zu. Aber all das nützt nichts. Der Vater erhält eine grobe Antwort; denn der Sohn unterlässt die ehrerbietige Anrede des Vaters, und er verweigert dem Heimgekehrten den Brudernamen: "Der das getan hat, den nimmst du einfach wieder auf." Der Vater versucht, ihn zu beruhigen. Die Anrede ist besonders liebevoll: "Mein lieber Sohn!" Ich "musste" doch ein Fest veranstalten, und auch du müsstest dich eigentlich freuen; es ist doch dein Bruder, der heimgefunden hat.

Die Gleichnisse, die Jesus erzählt, haben immer eine ganz bestimmte Absicht. Unser Gleichnis von der Liebe des Vaters schildert in einer ergreifenden Schlichtheit: So ist Gott, so gütig, so gnädig, so erbarmend, so überfließend von Liebe! Er freut sich über die Heimkehr des Verlorenen. Zugleich sehen wir, was "Bekehrung" im biblischen Sinn bedeutet: Es ist Umkehr, Heimkehr zum Vater. Hier könnte das Gleichnis zu Ende sein. Aber Jesus erzählt weiter. Denn er will nicht nur die Denkbart Gottes aufzeigen, sondern auch die Denkart der Menschen. Das Gleichnis richtet sich ja an Menschen, die dem älteren Bruder gleichen; die sich an der Frohbotschaft Jesu ärgern. Ihnen sagt Jesus: So groß ist Gottes Liebe zu den verlorenen Kindern! Und ihr seid lieblos, undankbar und selbstgerecht. Seid doch um Gottes willen barmherzig! Seid nicht so lieblos! Die geistlich Toten stehen auf, die Verirrten finden heim. Freut euch deshalb doch mit! Wenn Gottes Liebe aber so grenzenlos ist, dann darf doch auch ich gütig und gnädig sein; dann darf doch auch ich nicht die Sünder zurückweisen; dann darf doch auch ich diese Menschen zur Umkehr rufen.

Das Gleichnis bricht ab, und der Ausgang der Geschichte wird offen gelassen. Jesus tut das deshalb, weil seine Zuhörer in der gleichen Lage sind wie der ältere Bruder, der sich schließlich selbst entscheiden muss, ob er der Bitte des Vaters nachkommt und sich mitfreuen will. Jesus hofft, dass seine Kritiker erkennen, was er mit diesem Gleichnis ihnen sagen will: sie sollen den Anstoß an seiner Frohbotschaft, an seiner Verkündigung überwinden; sie sollen erkennen: Ihr Selbstgerechtigkeit und ihre Lieblosigkeit trennen sie von Gott. Sie sollen hinfinden zur Freude, die das Evangelium bringt: "Wir müssen doch feiern und uns freuen!" Wenn Jesus Tischgemeinschaft mit den Sündern hat, dann will er also damit nicht deren verkehrtes Handeln rechtfertigen; dann will er deutlich machen: Gottes Liebe zu den Sündern, die heimfinden, ist ohne Grenzen. Und ich handle so, wie und weil dies dem Wesen und Willen Gottes entspricht.

Eine Anregung sollten wir in unseren Alltag mitnehmen. Gewiss bejahen wir alle die Barmherzigkeit Gottes, seine verzeihende Liebe zum verlorenen Sohn. Und irgendwie sehen wir uns selber dann in dieser Rolle. Aber das ist meist nicht die Rolle, die wir tatsächlich spielen. Die Rolle nämlich, die wir spielen, ist doch sehr oft die des älteren Bruders. Wenn wir vor die Entscheidung gestellt werden, einem Menschen, der ein Unrecht begangen, der sich daneben benommen hat, verständnisvoll und verzeihend zu begegnen, dann drehen und winden wir uns doch, um daran vorbei zu kommen. Es ist ja auch viel leichter, ein einmal gefälltes Urteil über einen Menschen beizubehalten, als es zu korrigieren. Im Grund gestehen wir dem anderen nicht zu, sich zu bessern; eine Umkehr zu vollziehen. Er hat so zu bleiben, wie er ist. Aber nicht nur dies! Wir geben ihm auch nicht die Chance der Umkehr, der Besserung. Wir nehmen für uns selbst in Anspruch, nach einem Fall wieder aufzustehen. Dasselbe Recht verweigern wir dem anderen. Er ist für uns "erledigt". Wenn Gott so denken würde wie wir, dann bliebe uns nur die Verzweiflung. Gott ist aber anders als wir. Er ist die Liebe und die Güte - für uns Menschen fast unbegreiflich! Und das ist das Tröstliche an unserem Gleichnis: Gott will niemand verderben. Gott will uns nicht verderben. Er hält die Arme immer offen für jeden Menschen. Er hält die Arme offen auch für uns. Dafür können wir nur danken.

 

5. Fastensonntag: "Das Zeichen des Kreuzes"

Einführung

Nach altem Brauch werden vom 5. Fastensonntag an bis zum Karfreitag die Kreuze in unseren Kirchen verhüllt. Selbstverständlich nicht deshalb, um dieses Zeichen auszublenden; sondern um dieses Zeichen Gottes tiefer zu erfassen; um das Zeichen der Liebe Gottes zu entdecken: "Eine größere Liebe hat niemand, als wer sein Leben hingibt für seine Freunde. Ihr seid meine Freunde." Sind wir noch in der Lage, sind wir bereit, das Kreuz unseres Herrn als das Zeichen der göttlichen Liebe zu erkennen; es für uns anzuerkennen als Zeichen der Hoffnung und des Trostes? Wir wollen uns darauf wieder besinnen zu Beginn der Eucharistiefeier, die uns immer wieder die göttliche Liebe vor Augen stellt.

    Herr Jesus Christus, du kamst in unsere Welt, uns Gottes Güte und Liebe zu verkünden
    - Herr, erbarme dich!
    Du hast unsere Schuld auf dich genommen und getragen
    - Christus, erbarme dich!
    Du rufst uns alle auf deinen Weg und in deine Nachfolge
    - Herr, erbarme dich!

Der allmächtige Gott erbarme sich unser! Er lasse uns die Sünden nach und führe uns zum ewigen Leben! Amen.

Fürbitten

Herr Jesus Christus, du hast unsere Schuld auf das Holz des Kreuzes hinauf getragen und uns so deine erbarmende Liebe gezeigt. Voll Vertrauen kommen wir darum mit unseren Bitten zu dir:

  • Für die Kirche, die Gemeinschaft der Glaubenden: Lass sie in der Welt das Zeichen deines göttlichen Erbarmens sein!
  • Für die Völker der Erde: Gib ihnen die Bereitschaft zu Versöhnung und Frieden!
  • Für uns, die wir Christen sein wollen: Erfülle uns mit dem Geist der Barmherzigkeit und Güte!
  • Für unsere Verstorbenen: Schenke ihnen Vergebung ihrer Schuld und nimm sie auf in deinen Frieden!

Guter Gott, du hast uns zusammengeführt. Lass uns dankbar sein für deine Güte und dein Erbarmen! Hilf uns, damit wir bereit sind, die Last unserer Brüder und Schwestern zu tragen und so das Gesetz Christi zu erfüllen! Darum bitten wir durch ihn, Christus, unseren Herrn. Amen.

Predigt

Immer wieder haben die Christen versucht, sich das Leiden und Sterben des Herrn zu vergegenwärtigen; es nachzuvollziehen; den Weg, den Jesus gegangen ist, nachzugehen. Sie haben versucht, sich die Gesinnungen zu eigen zu machen, die ihn in der Passion bewegten. Eine der Formen, in den Geist der Passion, in den Geist Jesu einzudringen, ist der Kreuzweg. Es geht hier - wie bei jedem Gebet, bei jeder Betrachtung - nicht nur um eine Objektivierung des Passions-Geschehens; dass ich gleichsam dieses Geschehen rekonstruiere. Es geht um viel mehr. Es geht um das Sehen dessen, was das alles für mich, für mein konkretes Leben, für meine konkrete und einmalige Situation besagt. Jeder von uns ist gemeint. Es geht also um die "tiefinnerliche Erkenntnis Jesu" - wir haben es eben in der Lesung aus dem Philipperbrief gehört: "Christus will ich erkennen und die Macht seiner Auferstehung und die Teilnahme an seinen Leiden; seinem Tod will ich gleichgestaltet werden." Ich möchte das an drei Stationen-Paaren des Kreuzweges verdeutlichen. Man kann ja die 14 Stationen des Kreuzwegs als sieben Paare verstehen, und zwar im Verhältnis von Frage und Antwort. Das Verhältnis von Frage und Antwort trifft m. E. auch für Jesus zu. Ich bin aber überzeugt, dass dies nicht zuletzt für uns zutrifft. Viele Fragen unseres Lebens können eine Antwort finden im Blick auf Jesus. Ja, nur im Blick auf Jesus finden unsere Fragen eine Antwort.

Die dritte Station des Kreuzwegs erzählt vom ersten Fall Jesu unter der Last des Kreuzes. Die erste normale Reaktion, wenn wir stürzen, wenn wir von Unglück und Leid getroffen werden, ist doch die: Soll ich nicht Schluss machen? Hat das Aufstehen, hat das Weitergehen überhaupt noch einen Sinn? Hat das Durchhalten, hat das Festhalten an einer eingegangenen Verpflichtung überhaupt noch Sinn? Sind vielleicht Jesus selbst, als er unter dem Kreuz auf dem Boden hingestreckt da liegt, solche Gedanken gekommen? Wurde er nicht in dieser Weise auch wie wir "versucht"? Die vierte Station ist - so meine ich - eine Antwort: Jesus begegnet seiner Mutter Maria. Er ringt seinen Blick vom Boden los, und seine Blick fällt in die Augen seiner Mutter. Und er liest dort die Bereitschaft, das Leid mit ihm zu tragen. Aber er liest in ihren Augen auch Sorge und Angst. Maria ist stark. Aber sie ist angewiesen auf die Stärke ihres Sohnes. Und das lässt Jesus für sich die Antwort geben. Er stärkt seine Mutter. Durch die Verantwortung für seine Mutter wird er zur Stärke aufgerufen.

Das hat uns einiges zu sagen. Wir dürfen die Antwort auf Fragen, die Leid und Kreuz uns immer wieder stellen, nicht nur von uns her, im Blick auf uns allein suchen. Jeder von uns steht in einem Einflusskreis, innerhalb einer Lebensgemeinschaft. Wenn wir schwach werden, wenn wir aufgeben, wenn wir versagen, dann hat das Folgen auch für andere; dann werden andere auch schwach. Es ist notwendig, diese unsere Verantwortung für andere in unsere konkreten Entscheidungen mit einzubeziehen. Wir können nie nur von uns selbst her Entscheidungen fällen. Wir tragen Verantwortung. Außerdem: unser eigenes Leid und die eigene Not überwinden wir nur, wenn wir in einer echten Sorge und Liebe und Bemühung um die anderen den Blick von uns selbst wegwenden. Die eigene Not sollten wir nicht kultivieren und um Mitleid hausieren gehen. Das eigene Kreuz brauchen wir nicht zu verehren; schon gar nicht sollten wir das eigene Kreuz anderen zur Verehrung vorhalten. Es genügt, Christi Kreuz zu sehen und zu verehren. Und nur von seinem Kreuz her ist auch unser eigenes Kreuz gesegnet, kann es getragen werden.

Ein zweites Stationen-Paar kann uns noch weiterführen. Die elfte Station zeigt uns, wie Jesus ans Kreuz genagelt wird; er kann sich nicht mehr wehren; Weglaufen ist nicht mehr möglich. Und das Kreuz wird aufgestellt zur Schau. Das Opfer am Galgen ist aller menschlichen Würde beraubt. Ist das nicht die Frage unserer Zeit, die in Angst und Sorge gestellt wird: die Entpersönlichung, die Verdinglichung des Menschen, die Reduzierung auf seine Funktionen? Der Mensch ist deshalb austauschbar geworden, eine anonyme Nummer in einem gnadenlosen System. Auf den einzelnen kommt es nicht mehr an. Wer ausgedient hat, der wird abgeschoben; der ist bald vergessen. Die zwölfte Station gibt eine Antwort: Jesus stirbt am Kreuz: "Vater, in deine Hände gebe ich meinen Geist." Die Antwort auf die Bedrohung des Menschen heute durch Zivilisation, Technik und Wissenschaft, durch die Mächte unserer Zeit, ist die Besinnung auf das Personale; ist die Besinnung letztlich auf unser persönliches Angesprochensein durch Gott selbst. Wir sind von ihm bei unserem Namen gerufen. Wir stehen verzeichnet in seinen Händen. Wir sind in ihm geborgen, von ihm gehalten. Deshalb brauchen wir nicht zu verzweifeln angesichts der Bedrohung durch die Mächte unserer Zeit.

Ein drittes, letztes Stationen-Paar: die dreizehnte Station zeigt uns Maria mit ihrem toten Sohn in ihrem Schoß. Die Schmerzensmutter ist die fleischgewordene Frage: Warum? Warum überhaupt das Leid in der Welt? Aber es ist kein revolutionäres Warum. Es ist kein wütendes Sich-Aufbäumen, sondern ein Warten. Es ist ein Warten mit der Ahnung einer Antwort, die das bange Fragen zufrieden stellen kann und wird. Maria ist ein Hinweis, woher alles Leid letztlich einen Sinn bekommt. Das Kreuz und der tote Sohn in ihrem Schoß ist die eigentliche und letzte Antwort. Dies wird noch deutlicher in der vierzehnten Station, der Grablegung. Wir begegnen - von außen her gesehen - der Grabesstille der Antwortlosigkeit. Eine Antwort auf das Leid ist nicht im Bereich der vordergründigen Erfahrung möglich, sondern nur im Bereich des Glaubens; eines Glaubens, der die Gewissheit hat, dass das Grab, dass der Tod, dass der Karfreitag nicht das Letzte ist, sondern ein Übergang. Deswegen ist von uns eine Offenheit und die Bereitschaft des Glaubens gefordert. Es gibt eine Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Kreuzes. Jetzt sind unsere Augen noch gehalten. In dem Maße aber, wie es uns gelingt, Glaubende, Liebende zu werden, überzeugt zu sein, dass in diesem am Galgen Aufgehängten das Heil der Welt anwesend ist, werden wir uns nicht mehr stoßen, sondern den tieferen Sinn entdecken. Das ist freilich eine Lebensaufgabe; es bedarf des Reifens und Wachsens. Niemand wird damit fertig. Wir werden dann auch den Anruf erkennen, der an uns ergeht, Jesu Grundgesetz zu unserem Grundgesetz des Lebens werden zu lassen: dass er für uns da war; dass sein Leid und sein Kreuz fruchtbar geworden sind für uns. Wenn er uns so geliebt hat, dann fordert das unsere Gegenliebe - so unvollkommen sie auch sein mag.

In den Tagen der Fastenzeit, in den Tagen vor Ostern steht das Geschehen des Leidens und Sterbens unseres Herrn vor unseren Augen. Wir gedenken der Lebens-Hingabe unseres Herrn, aber auch seiner Erhöhung in die Herrlichkeit des Himmels. Aus diesem Geschehen dürfen wir, können wir uns nicht heraushalten. Es geht uns an. Nicht nur deswegen, weil wir im Glauben davon überzeugt sind, dass in diesem Geschehen sich unsere Erlösung vollzieht. Sondern auch aus dem Grund, weil wir an dem, was mit Jesus geschieht, erkennen können, wie wir selber unser Leben meistern können, das ja auch, ja immer gekennzeichnet ist durch Leid und Kreuz, durch Not und Verzweiflung. Auch wir werden - wie Jesus - bei dem Gedanken an Kreuz und Leid, beim Getroffenwerden von Kreuz und Leid nicht jubeln. Kreuze haben es so an sich, dass sie auferlegt werden. Wir können sie uns nicht aussuchen. Wir können und sollen aber das Auferlegtwerden verwandeln in die freie Annahme vor Gott, in die Hingabe an Gott. Jesu Leiden und Sterben machen seine bewusste Hingabe an den Willen des Vaters im Himmel deutlich. Wir sollen diese Hingabe an den Willen des Vaters von ihm lernen; uns zu dieser Hingabe ermutigen lassen.

 

Palmsonntag: "Die Antwort des Gekreuzigten"

Einführung

Ein einziges Mal lässt Jesus sich als Messias-König feiern: bei seinem Einzug in Jerusalem - auf einem Esel, der ihm nicht gehört. Wenige Tage später wird er eine Dornen-Krone tragen, und sein Thron wird der Kreuzes-Galgen sein. Und wieder ein paar Tage später wird Jesus von den Toten auferstehen - auf geheimnisvolle Weise den Jüngern sich lebend, gegenwärtig zeigen. Mit dem heutigen Sonntag treten wir ein in dieses Geschehen, das damals stattfand. Wir versuchen, diese vergangene Geschichte uns vor Augen zu führen, sie nach zu vollziehen. Ja, dieses Geschehen von damals vollzieht sich immer wieder neu in der Feier der Eucharistie; seine Lebenshingabe für uns wird Realität, wird Gegenwart. Dafür können wir immer nur danken.

    Herr Jesus Christus, du ziehst in Jerusalem ein als der gottgesandte Messias
    - Herr, erbarme dich!
    Dir huldigen die Menschen als dem göttlichen Propheten
    - Christus, erbarme dich!
    Du willst, dass auch wir dich als den Heiland und Messias anerkennen
    - Herr, erbarme dich!

Der allmächtige Gott erbarme sich unser! Er lasse uns die Sünden nach und führe uns zum ewigen Leben! Amen.

Fürbitten

Wir haben den Herrn begrüßt wie das Volk von Jerusalem und ihm das Lob gesungen. Wir haben die Botschaft von seinem Leiden und Sterben gehört, die uns der Evangelist Lukas aufgezeichnet hat. Zu ihm wollen wir nun voll Vertrauen unsere Bitten tragen:

  • Stärke deine Gläubigen, dass sie dich vor den Menschen bekennen!
  • Gib der Stadt Jerusalem, dem ganzen Nahen Osten und allen Völkern der Erde deinen Frieden!
  • Führe alle, die in Leid und Tod zu versinken drohen, mit dir zur Auferstehung!
  • Stärke in uns allen die Hoffnung auf dein Reich!

Denn du, Herr, warst gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz. Darum bist du erhöht worden zum Herrn der ganzen Welt. Dich preisen wir in Ewigkeit. Amen.

Predigt

Wir haben soeben die Leidensgeschichte des heiligen Lukas vernommen. Eine Episode daraus kann für uns vielleicht eine Hilfe sein, über unser Stehen zum Kreuz des Herrn nachzudenken. Es ist der Bericht von den zwei Verbrechern, die mit Jesus gekreuzigt wurden. Es geht dabei um die beiden möglichen Antworten auf das Kreuz Jesu. Ich meine, hier könnten wir uns mit unseren eigenen Fragen und Antworten wieder finden. Wir sind gefragt, auf welcher Seite des Kreuzes Jesu wir stehen wollen.

Da ist zunächst die Reaktion: "Wenn du der Messias bist, dann hilf dir selbst und uns!" Diese Reaktion mag sarkastisch oder zynisch klingen; vielleicht ist sie es auch. Vielleicht steckt in ihr aber mehr Bekümmerung und Unfähigkeit zu glauben als Sarkasmus und Hohn. Ist es nicht die ewige Frage: Wenn in Jesus Christus die Erlösung Gottes gekommen ist, warum ist dann die Welt nicht spürbar verändert? Kann das ein Gott sein, dessen äußeres Zeichen in dieser Welt das Zeichen des Scheiterns ist; der die Realität und die äußeren Verhältnisse anscheinend nicht zu ändern vermag; und der von mir fordert, diese Realität ergeben hinzunehmen? Kann mir ein solcher Gott helfen? Man mag gesellschaftliche Veränderungen erwarten, die Befreiung von Ängsten oder auch ein die Intellektuellen ansprechendes Kultur-Christentum: womit man auf keinen Fall etwas anfangen kann, das ist eine Botschaft im Zeichen der Ohnmacht.

Eine solche Einstellung - mag man sie Egoismus nennen oder nicht - wird uns nicht aus dem Grund vor Augen gestellt, damit wir sie weit von uns weisen und sie verurteilen. Sie ist der Spiegel dessen, was wir - angesichts des Kreuzes - von uns allein aus vermögen. Wir alle kommen mit unserem Leid und mit unserer Not; wir können davon nicht absehen; und wir erwarten, dass es uns abgenommen wird: "Hilf dir selbst und uns!" Wenn es überhaupt einen Gott gibt, dann kann es doch nur einer sein, der im menschlichen Leid und in der Not eingreift. Wer will es dem leidenden Menschen verübeln, dass er hier nur an sich denkt? Menschlich ist diese Haltung - mag man sie Egoismus nennen oder nicht - nicht überwindbar. Und fragen wir nicht alle in der einen oder anderen Weise so?

Es gibt aber auch die andere Antwort auf die Frage nach dem Leid und der Not: "Jener leidet unschuldig, wir aber, was wir verdient haben." Hier richtet jemand den Blick nicht zuerst auf sich selbst und auf das eigene Leid. Er ist vielmehr davon betroffen, dass ein Unschuldiger neben ihm hängt. Vor der unschuldig leidenden Liebe erkennt er, wer er selber ist. Und jetzt ist die Undurchschaubarkeit, ja die scheinbare Sinnlosigkeit des Kreuzes nicht mehr eine äußere Situation, die er anzuklagen hat, sondern sie ist für ihn ein Bild dessen, was er ist; sie ist Bild der eigenen Schuld. Er erkennt seinen eigenen Egoismus als die Wurzel allen Übels, nicht die "äußeren Verhältnisse". Die erste Frage, die er stellt, ist nicht: Was hilft mir das? Was habe ich davon? Er blickt vielmehr weg von sich hin auf den allein Gerechten - in der Hoffnung, dieser unschuldig Leidende möge auch sein verpfuschtes Leben heilen. Er erkennt, dass nicht er es ist, vor dem Gott sich zu rechtfertigen hat; er erkennt, dass wir nicht die Fordernden sein können, die Gott Bedingungen stellen oder die sagen dürfen: "Ein Gott, der dies oder jenes zulässt, kann nicht der Gott der Liebe sein." Er sieht ein, dass wir Gott nicht vorschreiben können, wie er sich auszuweisen hat; was er zulassen darf oder nicht, sondern dass wir dankbar sein müssen dafür, wenn uns auf irgendeine Weise ein Sinn für unser Leben, ein Verstehen von Kreuz und Leid geschenkt wird.

Eine solche Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Leidens liegt uns freilich weder nahe, noch ist sie uns von uns aus möglich. Sie setzt eine innere Umwandlung voraus. Diese Umwandlung des Denkens kann nur geschehen in der Begegnung mit dem Gekreuzigten. In dieser Begegnung sind nicht wir die Fragenden und Fordernden, sondern wir sind die Gefragten und die Geforderten. Das ist die einzige Art und Weise, wie wir durch das Kreuz Christi eine Antwort empfangen können. Das Kreuz Christi gibt dem keine Antwort, der mit Ansprüchen kommt oder der zu wissen meint, wie sich Gott in dieser Welt auszuweisen hat. Jesus schweigt gegenüber der Frage des Verbrechers nach dem "Nutzen" des Kreuzes. Und er schweigt auch gegenüber allen, die vordergründig danach fragen, welchen "Nutzen" für sie der Glaube bringt und wie der Glaube ihnen "hilft". Das Kreuz Christi bleibt für den stumm, der nur die Frage stellt: "Was habe ich davon? Was ändert sich an meiner Situation?" Das Kreuz Christi antwortet nur dem, der sich selbst in Frage stellen lässt, und der bereit ist, von sich selbst wegzublicken. Nur ihm wird die Antwort gegeben, dass im Gekreuzigten Gott mit uns ist; dass jetzt in Leid und Not und Tod die Liebe wohnt. Nicht ein Messias, der vom Kreuz herabsteigt, kann die Welt innerlich verwandeln, sondern nur ein Messias, in dem Gottes Selbsthingabe bis zum letzten geht. Er erlöst uns nicht durch die Technik der Weltverbesserung, sondern durch die innere Kraft seiner Selbsthingabe. Die Verbesserung der äußeren Zustände und die Linderung des Leids (so sehr sie auch uns Christen aufgetragen sind) können nicht die letzte Sinn-Antwort sein. Das ist nur Gottes Liebe im Kreuz. Eine solche Überzeugung, ein solcher Glaube ist nach wie vor für alle die, die genau zu wissen meinen, wie Gott sich auszuweisen hat, "Torheit" und "Ärgernis" (vgl. 1. Kor. 1, 23). Diese Überzeugung ist aber für den Glaubenden selbst jene Antwort, die allein der Wirklichkeit standhält; die von seiner Liebe kündet, die wesentlich größer ist als jene Liebe, die der erbittet, der nur ruft: "Hilf dir und uns!"

Auf welcher Seite des Gekreuzigten stehen wir, wollen wir stehen? Ist sein Leiden, ist sein Kreuz für uns nur "Torheit" und "Ärgernis" - weil wir meinen, Gott und sein Messias müssten die Welt in eine leidfreie, in eine herrschafts- und unrechtsfreie Welt verwandeln? Oder lassen wir uns im Innersten anrühren und erschüttern, weil der wahrhaft Schuldlose leidet und stirbt? Erkennen wir, dass nur dieser unschuldig Leidende uns heil machen kann? Im Kreuz ist Gott uns nahe, und er erweist sich so als der "Gott-mit-uns", als der Gott der heilenden, der erlösenden Liebe.

 

Gründonnerstag: "Unser Dank für Erlösung"

Einführung

Wir beginnen mit dieser Eucharistiefeier die "Drei österlichen Tage vom Leiden, vom Tod und von der Auferstehung des Herrn". Am Anfang dieser Tage steht das Gedächtnis des Letzten Abendmahles mit seiner Einsetzung der Eucharistie. All das, was Jesu Person und Lehre, was sein Leben und Sterben bedeuten, das hat er am Abend vor seinem Leiden seinen Jüngern anvertraut und zur Wiederholung aufgetragen. Mögen die Worte der Abendmahlsfeier, die wir nun gemäß dem Auftrag unseres Herrn Jesus Christus begehen, unser Herz ergreifen, uns im Glauben froh machen und in der Treue zu ihm bestärken.

    Herr Jesus Christus, du hast uns eingeladen, mit dir dieses Abendmahl zu feiern
    - Herr, erbarme dich!
    Du hast uns ein Beispiel gegeben, wie wir leben und lieben sollen
    - Christus, erbarme dich!
    Du schenkst uns dich selber als Speise und Trank auf dem Weg zu dir
    - Herr, erbarme dich!

Der allmächtige Gott erbarme sich unser! Er lasse uns die Sünden nach und führe uns zum ewigen Leben! Amen.

Fürbitten

Am Abend vor seinem Leiden und Sterben hat unser Herr Jesus Christus mit seinen Jüngern Mahl gehalten und ihnen das Geheimnis seiner bleibenden Gegenwart anvertraut. Voll Vertrauen kommen wir mit unseren Bitten zu ihm:

  • Für die Kirche, die Gemeinschaft der Glaubenden: Leite sie an, gläubig und würdig die heiligen Geheimnisse zu feiern!
  • Für die getrennten Christen: Führe sie zur Einheit im Glauben und zur Gemeinschaft an deinem Tisch!
  • Für die Bedrängten und Mutlosen: Stärke sie durch die Kraft der heiligen Speise!
  • Für unsere Verstorbenen: Geleite sie zum himmlischen Gastmahl!

Gott, allmächtiger Vater, das Sakrament der Einheit festige die Liebe und mehre unseren Glauben durch Christus, unseren Herrn! Amen.

Predigt

Das Thema des heutigen Tages ist das Geheimnis der Gegenwart Gottes unter uns Menschen. Damit ist zugleich unser Verhältnis zum Herrn angesprochen, und es wird gefragt nach der Möglichkeit der Begegnung mit ihm in der Eucharistie. Der Ausgangspunkt unserer Überlegungen ist aber, dass Jesus der Sohn Gottes, ja Gott selber ist. Daraus ergeben sich notwendige Folgerungen.

Die erste Folgerung ist die, dass wir uns seiner entscheidenden Tat bewusst werden und sie für uns bejahen: "Das Brot, das ich gebe, ist mein Fleisch; ich gebe es hin für das Leben der Welt." Diese entscheidende Tat seines Lebens ist aber das, was wir mit "Erlösung" bezeichnen. Was verstehen wir Christen unter "Erlösung"?

In fast allen Religionen geht es um Sühne für eine Schuld des Menschen vor der Gottheit. Im religiösen Kult wird der Versuch gemacht, diese Schuld und das Wissen um diese Schuld zu überwinden, und zwar durch eine Leistung, die der Mensch Gott anbietet. Das sühnende Werk, mit dem Menschen die Gottheit versöhnen und gnädig stimmen wollen, steht im Mittelpunkt der Religionen. Im Neuen Testament aber, d. h. für uns Christen, sieht die Sache fast genau umgekehrt aus. Nicht der Mensch ist es, der zu Gott geht und ihm eine ausgleichende Gabe bringt, sondern Gott kommt zum Menschen. Er stellt von sich aus das gestörte Recht wieder her, indem er in seiner Liebe den ungerechten Menschen wieder gerecht macht, den verkrümmten Menschen richtet, aufrichtet, d. h. zurechtbiegt.

Hier stehen wir vor einer Wende, die mit Jesus Christus gekommen ist in der Auffassung von "Erlösung". Nicht wir Menschen versöhnen Gott, wie man es eigentlich erwarten müsste, da wir ja gefehlt haben und nicht Gott. Sondern "Gott hat in Christus die Welt mit sich versöhnt" (2. Kor. 5, 19). Gott wartet nicht, bis die Schuldigen kommen und sich mit ihm versöhnen, sondern er geht ihnen zuerst entgegen und versöhnt sie mit sich. Das Kreuz steht deshalb nicht da als eine Versöhnungsleistung, die die Menschheit dem zürnenden Gott anbietet, sondern das Kreuz ist der Ausdruck jener Liebe Gottes, die sich weggibt, in die Erniedrigung hinein, um so den Menschen, um uns zu retten. Er geht auf uns zu, nicht wir auf ihn.

Wenn aber "Erlösung" Gottes Zugehen auf uns in Liebe ist, dann müssen wir uns einige Fragen gefallen lassen. Sind wir uns überhaupt bewusst, vor Gott "schuldig" zu sein, Sünder zu sein? Halten wir uns nicht alle für wohlanständige und im Grunde harmlose Leute, die keiner Fliege etwas zuleide tun? Sind wir denn im Ernst davon überzeugt, gerettet zu sein durch die erbarmende Tat des gnädigen Gottes? Bedeutet uns das Kreuz etwas mehr als ein bedauerliches und vermeidbares Missgeschick, das dem Rabbi aus Nazareth zugestoßen ist? Trifft das Kreuz und der Tod dessen, der am Kreuz verblutet ist, uns wirklich bis in unser Herz? Das heißt: Glauben wir, dass wir gemeint und betroffen sind?

Eine zweite Folgerung ergibt sich aus der Tatsache, dass der Mensch Jesus von Nazareth Gottes Sohn, ja Gott selber ist, und dass er den Menschen erlöst hat, und nicht umgekehrt der Mensch sich selber. Mit dieser Wende in der Sühne-Idee erhält der "Kult", d. h. das religiöse Tun, mehr noch: die ganze Existenz des Menschen eine neue Richtung. Anbetung und Verehrung Gottes ist in erster Linie dankendes Empfangen der göttlichen Heilstat. Die wesentliche Form des christlichen "Kultes" heißt daher mit Recht "eucharistia = Danksagung". Im christlichen Kult, auch in dieser Eucharistiefeier, werden nicht menschliche Leistungen vor Gott gebracht; vielmehr lässt sich der Mensch beschenken. Wir verherrlichen Gott nicht, indem wir ihm etwas vom Eigenen geben, sondern indem wir uns seine Gabe schenken lassen; indem wir ganz Empfangende werden und uns ganz von ihm nehmen lassen. Das bedeutet, dass wir unsere eigenen Versuche zur Rechtfertigung beiseite tun, die im Grunde doch nur Ausreden sind und uns gegeneinander stellen. Es bedeutet, dass wir statt des zerstörerischen Gegeneinanders, indem wir uns auf Kosten anderer rechtfertigen, das Geschenk der Liebe Gottes an Jesus Christus annehmen und uns darin vereinigen lassen.

Unsere entscheidende Tat Gott gegenüber ist also das dankbare Ja zu der Tatsache, dass wir alle in Jesus Christus erlöst sind. Dieser Dank ist nicht anders auszusprechen als mit der ganzen Existenz. Das ist das Fatale am Christentum, dass wir auf keine billigere Weise "Dankeschön" sagen können als mit unserer ganzen Existenz - auf keine billigere Weise! Wir können Gott in unserem Dank mit keiner anderen Liebe zufrieden stellen, als mit einer Liebe, die unser ganzes Wesen durchdringt, die also ihr Maß nur in der Liebe Gottes selber findet.

Aber wir gedenken nicht nur in Dankbarkeit der erlösenden Liebe Gottes in Jesus Christus. Diese erlösende Liebe wird vielmehr auch sichtbar und gegenwärtig. Sie wird gegenwärtig in der Feier, die Christus denen, die an ihn glauben, aufgetragen hat; die wir auch jetzt miteinander begehen. Seine Worte ("Dies ist mein Leib - dies ist mein Blut"), die bei der Wandlung gesprochen werden, bedeuten nichts anderes als den Hinweis auf seine Liebe bis in den Tod. Und "Leib" und "Blut", die er für uns dahingibt, weisen darauf hin, dass er nicht irgendetwas, sondern sich selbst, sein Leben für uns hingibt. Er hat sich ganz für uns eingesetzt und engagiert. Und wenn wir das eucharistische Brot essen, d. h. den "Leib" des Herrn, dann sagen wir mit diesem "Essen" Ja zur Hingabe Jesu Christi für uns; dann gewinnen wir Anteil an ihm, der auf uns zugeht und uns in sich hinein zieht. Das ist der eigentliche Sinn und Inhalt von "Kommunion": nicht dass wir uns irgendetwas aus der Welt des Göttlichen mitteilen lassen, sondern dass er sich uns schenkt; dass wir ihm begegnen dürfen, dem wir unser Heil verdanken; wenn auch verborgen im Zeichen; und dass wir uns von ihm und seiner Gesinnung durchdringen lassen und seine Liebe und Hingabe im eigenen Leben verwirklichen.

Wenn aber unsere wesentliche Tat Gott gegenüber die Danksagung ist; wenn die Feier der Danksagung, die Eucharistie, der "Ort" unsere Christus-Begegnung ist; und wenn das eucharistische Brot, das wir nach Jesu Wort essen sollen, das sichtbare Zeichen seiner Gegenwart und Liebe bis in den Tod ist, dann ergeben sich wiederum einige Fragen, denen wir nicht ausweichen dürfen. Was bedeutet uns die Feier der Eucharistie? Ist sie für uns nur eine lästige Pflichtübung am Sonntag, der wir uns nicht entziehen können, zu der wir uns noch treiben lassen? Oder ist sie für uns die Gelegenheit des Betens, der Kontaktnahme mit Gott und Jesus Christus; die Gelegenheit, die Grundhaltungen einzuüben, die Jesus uns vorgelebt hat, und die auch in unserem Leben eine entscheidende Bedeutung haben? Was bedeutet uns die Kommunion? Sind wir uns dessen bewusst, dass das eucharistische Brot das Zeichen, aber auch die Garantie der wirklichen Begegnung mit ihm ist? Zugleich aber auch der Ausdruck der Gemeinschaft derer, die an Jesus als ihr Heil glauben?

Unsere Besinnung heute an dem Tag, da unser Herr Jesus Christus den Seinen die Feier der Danksagung aufgetragen hat, kann nicht anders ausklingen als mit der Bitte an ihn, um dessen Altar wir versammelt sind, dass er unseren Glauben und unser Bemühen segnen möge.

 

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